Herzkranke wird mit Corona-Vakzin geimpft.
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Impfen trotz Herzerkrankung

Corona-Impfung: Das sollten Herzkranke wissen

Herzkranke gelten als COVID-19-Risikopatienten*innen und sind besonders gefährdet, einen schweren Verlauf nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu erleiden. Aus diesem Grund sollte bei Menschen mit einer Herz-Kreislauferkrankung eine Corona-Impfung durchgeführt werden. Was es zu beachten gibt und mehr zu den einzelnen Impfstoffen.

Warum eine Corona-Impfung für Herzkranke ratsam ist

Als Risikopatienten*innen fühlen sich Betroffene mit Herz-Kreislauferkrankungen in Zeiten der Pandemie oft unsicher. Auch die Frage, ob eine Corona-Impfung bei Herzkrankheiten sinnvoll ist, ist in der Bevölkerung präsent. Die Deutsche Herzstiftung hat hierzu ein eindeutiges Statement abgegeben: Der Schutz vor einem schweren COVID-19-Verlauf überwiegt die Risiken, die bei einer Impfung entstehen können. Dabei bietet die Corona-Impfung nicht nur Herzkranken Sicherheit, sondern trägt auch zur allgemeinen Eindämmung der Pandemie bei.

Eine COVID-19-Impfung kann und sollte sogar erfolgen, wenn Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen, wie unter anderem:

Zwar können Nebenwirkungen der Impfung wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen auftreten, sie zählen jedoch zu normalen Impfreaktionen, die auch bei gesunden Menschen auftreten können.

Wichtige Hinweise für Herzkranke vor der Corona-Impfung

Herzkranke, die ihre erste Corona-Impfung erhalten und Blutverdünner einnehmen, sollten dies bei der Impfung ansprechen. Es wird dann empfohlen die Impfung mit einer sehr feinen Kanüle durchzuführen. In der Regel werden für die intramuskuläre Injektion aber ausreichend dünne Nadeln verwendet.

Durch die Blutverdünner ist es zudem ratsam, die Einstichstelle der Impfung etwas länger (etwa fünf Minuten) abzudrücken. Zudem ist eine Nachbeobachtungszeit von 15 bis 30 Minuten sinnvoll.

Herzkranke sollten vor der Impfung auf keinen Fall ihre Medikamente zur Behandlung der Herz-Kreislauferkrankung absetzen. Bei bestehender Unsicherheit bezüglich Wechselwirkungen ist eine ärztliche Absprache wichtig. Die Medikamente von Erkrankungen wie Bluthochdruck sollten vor der COVID-19-Impfung gut eingestellt sein. Zudem ist es im Vorgespräch der Impfung notwendig, über alle eingenommenen Präparate zu informieren.

Bei Herz-Kreislauferkrankungen: COVID-19-Impfstoffe im Vergleich

Derzeit sind in Deutschland mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen. Darunter die zwei mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie der Vektorimpfstoff von AstraZeneca. Alle Impfstoffe eignen sich auch für Menschen mit Herzerkrankungen, um einen ausreichenden Schutz vor dem SARS-CoV-2-Virus zu erhalten.

mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

Der Handelsname des Biontech/Pfizer Impfstoffes lautet Comirnaty, während das Moderna Vakzin unter dem Namen COVID-19 Vaccine Moderna bekannt ist. Grundlage von mRNA-Impfstoffen ist die Boten-Ribonukleinsäure (messenger ribonucleic acid, mRNA). Die mRNA ist sozusagen eine Abschrift des Gens, das die Informationen für den Aufbau des sogenannten Spike-Proteins der Coronaviren enthält. Mit diesen „Spikes“ dockt das Virus an menschliche Zellen an und gelangt so ins Innere. Dort nutzen sie die menschliche Proteinproduktion aus, um sich selbst immer weiter zu vermehren.

Injiziert man also den mRNA-Impfstoff, erhält der Körper die Anleitung, Spike-Proteine herzustellen. Sind diese produziert, sendet das Immunsystem spezielle Antikörper aus, um die fremden Proteine zu bekämpfen. Genau diese Antikörper schützen uns im Falle einer Exposition mit dem SARS-CoV-2-Virus (Kontakt mit einer infizierten Person). Denn das Immunsystem besitzt eine Gedächtnisfunktion und kann die speziellen Antikörper sofort bilden, wenn diese mit dem Körper in Berührung kommen. Die mRNA, die mit dem Impfstoff injiziert wurde, baut der Organismus nach einiger Zeit wieder ab – die Erinnerung an die Antikörper bleibt bestehen.

Die Effektivität der mRNA-Impfstoffe liegt Studien zufolge bei 95 Prozent. Der volle Schutz ist zwei Wochen nach der zweiten Impfung gegeben. Zwischen Erst- und Zweitimpfung liegen in der Regel sechs Wochen. Die mRNA-Impfstoffe sind für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Da sich die Studienlage und Erkenntnisse immer weiterentwickeln, sollten die Empfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) und des Robert-Koch-Instituts verfolgt werden.

Vektorimpfstoff von AstraZeneca

Bei dieser Art des Corona-Impfstoffs werden Informationen des SARS-CoV-2-Virus in einen Virus verpackt, der ungefährlich für den Menschen ist (Vektor). Meistens werden Adenoviren verwendet, die gentechnisch verändert wurden, um keine Erkältung mehr auslösen zu können. Sie transportieren das Gen, das für die Bildung des Spike-Proteins des Corona-Virus wichtig ist. In den menschlichen Zellen angekommen, beginnt der Körper mit der Bildung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2. Das Robert-Koch-Institut gibt eine Impfeffektivität von 70 Prozent zwei Wochen nach Erhalt der zweiten Impfung an. Zwar ist diese gegenüber der mRNA-Impfstoffe etwas geringer, bietet aber trotzdem ausreichend Schutz, um einen schweren COVID-19-Verlauf zu verhindern. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung sollte beim AstraZeneca-Vakzin zwölf Wochen betragen.