Graphische Darstellung des Herz-Kreislauf-Systems
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Lunge und Körper

Herz-Kreislauf: Blutfluss durch das Herz

Das Herz-Kreislaufsystem dient der Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Über 100.000 Mal am Tag schlägt das Herz, um Blut durch den Körper und in die Lunge zu pumpen. Wie fließt das Blut durch Herz, Lunge und Körper?

Herz-Kreislauf: Ein komplexes System

Im Volksmund wird in der Regel vom Herz-Kreislaufsystem gesprochen, jedoch ist das Herz genau genommen in zwei separate Kreisläufe eingebunden:

  • den Herz-Lungenkreislauf sowie
  • den Herz-Körperkreislauf.

Rund 10.000 Liter Blut zirkulieren tagtäglich durch die beiden Kreisläufe. Das Herz muss hierfür etwa 100.000 Mal schlagen. Durch den Blutkreislauf wird die Versorgung jeder Körperzelle sichergestellt. Ein Kreislaufstillstand führt zu einer Sauerstoffunterversorgen. Nach nur wenigen Sekunden tritt eine Bewusstlosigkeit ein, nach wenigen Minuten der Tod.

Herz-Lungenkreislauf: Sauerstoff im Blut

Herz und Lunge sind eng miteinander verbunden. Beim Herz-Lungenkreislauf, auch als kleiner Kreislauf bezeichnet, wird sauerstoffarmes Blut durch die Lunge gepumpt.

Über die Hohlvenen sammelt sich sauerstoffarmes Blut im rechten Vorhof. Von dort gelangt das Blut in die rechte Herzkammer. In der Austreibungsphase des Herzens wird das sauerstoffarme Blut nun über die Lungenarterien in die Lunge gepumpt, wo der Gasaustausch stattfindet. Das sauerstoffreiche Blut gelangt über die Lungenvenen zurück ins Herz, sie münden in den linken Vorhof.

Beim Gasaustausch wird Kohlenstoffdioxid abgegeben und Sauerstoff aufgenommen. Kohlenstoffdioxid wird durch Stoffwechselprozesse frei und ist ein Abfallprodukt. Sauerstoff wird bei der Zellatmung zur Energiegewinnung benötigt und ist Grundlage aller Stoffwechselvorgänge im Körper.

Herz-Körperkreislauf: Versorgung der Zellen

Beim „großen“ Körperkreislauf muss das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut in jeden Bereich des Körpers und wieder zurück zum Herzen fließen, damit alle Zellen versorgt werden.

Vom linken Vorhof fließt das Blut in die linke Herzkammer. Dort wird es mit hohem Druck in die Hauptschlagader (Aorta) gepresst und im Körper verteilt. Das Blut tritt schubweise in die Aorta ein, mit jedem Herzschlag gelangt eine bestimmte Menge in den Körperkreislauf. Das sogenannte Schlagvolumen beträgt etwa 70 bis 100 Milliliter.

Die Hauptschlagader ist sehr elastisch – über den sogenannten Windkesseleffekt sorgt die Elastizität der Gefäßwand dafür, dass trotzdem ein gleichmäßiger Blutstrom entsteht. Das Blut wird über die Arterien im gesamten Körper verteilt. Diese verzweigen sich immer weiter. In den feinsten Blutgefäßen, den Kapillaren findet der Stoffaustausch mit dem Gewebe statt. Nährstoffe und Sauerstoff werden abgegeben, Stoffwechselabfallprodukte vom Blut aufgenommen.

Der Rücktransport des verbrauchten Blutes erfolgt über die Venen. In ihnen herrscht ein sehr viel geringerer Druck als in den Arterien. Das Blut muss entgegen der Schwerkraft in den Beinen nach oben fließen. Die Muskeln unterstützen den venösen Blutdruck, indem sie in angespanntem Zustand auf die Gefäße drücken und das Blut so in Richtung des Herzens pressen. Dies wird als Venenmuskelpumpe bezeichnet. Um einen Rückstrom zu vermeiden, sind die Venen anders aufgebaut als die Arterien. Venenklappen sorgen für einen Blutstrom in die richtige Richtung und verhindern den Rückfluss.

Herzscheidewand: Trennwand im Herzen

Die Herzscheidewand (Septum) trennt das Herz in zwei Hälften und somit beide Kreisläufe. Durch sie kann sich sauerstoffarmes Blut nicht mit sauerstoffreichem Blut aus der Lunge vermischen. Ein sehr häufig vorkommender angeborener Herzfehler, ist ein Loch in der Herzscheidewand. Oft verschließen sich diese Öffnungen in den ersten Lebensjahren noch von selbst, manchmal wird eine Operation erforderlich. Das ist abhängig von den Beschwerden, Lage und Größe des Septumdefektes. Mögliche Symptome eines Septumdefektes sind Atemnot und erhöhte Atemfrequenz. Auch können schnellere Erschöpfung, Infektanfälligkeit und Probleme beim Trinken als Folge des Loches in der Herzscheidewand auftreten.