Blutprobe zur Bestimmung des LDH-Wertes
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Dem Zellschaden auf der Spur

LDH – Was bedeutet der Laborwert?

LDH (Laktatdehydrogenase) ist ein Enzym, das in fast allen menschlichen Zellen vorkommt. Ist der LDH-Wert erhöht, deutet dies auf einen Zellschaden im Körper hin, da LDH in diesem Fall freigesetzt und im Blut messbar wird. Lesen Sie hier, wann und wie der LDH-Wert bestimmt wird, wann LDH erhöht ist und welche Ursachen das haben kann.

Was ist LDH?

LDH (Laktatdehydrogenase) ist ein Stoffwechsel-Enzym, das bei der Energiegewinnung aus Glukose benötigt wird. Es kommt in nahezu allen Körperzellen vor und tritt in fünf verschiedenen Varianten (Isoenzymen) auf: 

  • LDH-1 und LDH-2 kommen vor allem im Herzen, in den Nieren und roten Blutkörperchen vor,
  • LDH-3 in Milz, Lunge, Lymphknoten, Blutplättchen und Hormondrüsen,
  • LDH-4 und LDH-5 in der Leber und in den Skelettmuskeln.

LDH befindet sich im Inneren der Zellen und wird nur bei einer Schädigung dieser Zellen ins Blut freigesetzt – ein erhöhter LDH-Wert weist also auf einen Zellschaden im Körper hin. Tritt eines der Isoenzyme gehäuft auf, kann dies ein Hinweis auf den Ort der Schädigung sein. Dabei müssen die unterschiedlichen Halbwertszeiten der Isoenzyme beachtet werden: Abhängig vom Ort der Schädigung ist der LDH-Wert zwischen wenigen Stunden und mehreren Wochen erhöht. Die LDH-1 bleibt am längsten erhöht und wird daher oft zur Spätdiagnose eines Herzinfarkts eingesetzt.

Welcher LDH-Wert ist normal?

Um festzustellen, ob LDH erhöht ist, wird eine Blutuntersuchung im Labor vorgenommen. Der LDH-Wert wird in Unit pro Liter (U/l) angegeben, die Normwerte sind abhängig von Alter und Geschlecht:

Alter männlich weiblich
2 bis 5 Tage < 955 U/l < 955 U/l
5 bis 30 Tage < 538 U/l < 538 U/l
30 Tage bis 12 Monate < 606 U/l < 606 U/l
12 Monate bis 3 Jahre < 468 U/l < 468 U/l
3 bis 6 Jahre < 340 U/l < 340 U/l
6 bis 12 Jahre < 421 U/l < 329 U/l
12 bis 18 Jahre < 377 U/l < 249 U/l
Über 18 Jahre < 248 U/l < 247 U/l

 

Gründe für einen erhöhten LDH-Blutwert

Der LDH-Wert im Blut steigt immer dann an, wenn irgendwo im Körper Zellen geschädigt werden. Dies ist beispielsweise der Fall bei:

  • Erkrankungen der Leber
  • Herzinfarkt
  • Krebserkrankungen
  • Lungenembolie
  • Anämie (Blutarmut)
  • Muskelentzündungen oder -verletzungen
  •  Vitamin-B12- oder Folsäure-Mangel

Auch Leistungssport und körperliche Arbeit können zu einer Erhöhung des LDH-Blutwerts führen. In einigen Fällen steckt die Einnahme bestimmter Medikamente (wie Acetylsalicylsäure, Cisplatin, Diltiazem oder Paracetamol) hinter einem erhöhten LDH-Wert. Wird die Blutentnahme fehlerhaft durchgeführt, kann es ebenfalls zu erhöhten LDH-Werten kommen, weil dabei rote Blutkörperchen zerstört werden (Hämolyse).

Wann wird der LDH-Wert bestimmt?

Die Bestimmung des LDH-Werts wird vor allem in der Herzinfarkt-Diagnostik eingesetzt: Nach einem Herzinfarkt erhöht sich der LDH-Wert innerhalb von sechs bis zwölf Stunden, erreicht seinen Maximalwert nach 30 bis 72 Stunden und normalisiert sich erst nach zehn bis 20 Tagen wieder. Darüber hinaus bestimmen Fachleute den LDH-Wert bei Verdacht auf oder zur Verlaufskontrolle bei:

  • Leberschädigungen
  • Embolien
  • Skelettmuskelerkrankungen
  • Anämien
  • bösartigen Tumoren

Für die gezielte Diagnostik ist die Gesamt-LDH wenig aussagekräftig, die einzelnen Isoenzyme können jedoch einen Hinweis auf die Lokalisation des Gewebeschadens geben. In jedem Fall sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die genaue Ursache des erhöhten LDH-Werts zu finden.