Eine Schale mit Gemüse, ein Apfel, Hanteln und ein Blutdruckmessgerät
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Hypertonie behandeln

Bluthochdruck senken: Sofortmaßnahmen, Medikamente und Tipps für den Alltag

Volksleiden Nummer Eins und häufige Todesursache: Bluthochdruck. Wird er erkannt, kann er behandelt und die Blutdruckwerte gesenkt werden. Das entlastet die Gefäße und beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor. Das können Sie tun, um Ihren Bluthochdruck nachhaltig zu senken.

Ein über längeren Zeitraum zu hoher Blutdruck schädigt die Blutgefäße und kann tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, ihn langfristig zu senken. Da es verschiedene Ursachen gibt, die Bluthochdruck verursachen können, muss der Auslöser zunächst festgestellt und entsprechend behandelt werden.

Wenn die arterielle Hypertonie krankheitsbedingt ist, also ein sekundärer Bluthochdruck vorliegt, muss diese Grunderkrankung vorrangig behandelt werden, um den arteriellen Druck in den Gefäßen zu senken.

Bei essentiellem Bluthochdruck ist die Ursache nicht ganz eindeutig, vor allem ein ungesunder Lebensstil kann die hohen Blutdruckwerte verursachen. Deshalb zielen die meisten Maßnahmen zur Senkung von essentiellem Blutdruck  auf eine Umstellung der Lebensweise und damit eine Reduktion der Risikofaktoren für Bluthochdruck ab.

Gesunde Gefäße durch gesunde Lebensweise

Viele Risikofaktoren für hohen Blutdruck lassen sich gut beeinflussen. Deshalb sind sich Mediziner in der Behandlung des Bluthochdrucks einig, dass Betroffene ihren erhöhten Blutdruck am effektivsten senken können, indem sie auf einige Dinge in ihrem Alltag achten:

  • Genügend Bewegung: Besonders profitieren Betroffene, die bisher eher wenig aktiv waren, von Sport und Bewegung im Alltag. Ausdauertraining wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Joggen sind bei hohem Blutdruck sehr zu empfehlen. Auch spezielles Cardio Training kann das Herz stärken und einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben. Kraftsport hingegen ist nicht in jedem Fall zu empfehlen. Bei sehr ausgeprägtem Bluthochdruck (systolische Werte über 160 mmHg) können Sport und körperliche Anstrengung den arteriellen Druck gefährlich in die Höhe treiben. Ein Arzt sollte beratend zur Seite stehen, um eine geeignete Bewegungsmöglichkeit zu finden.
  • Mit dem Rauchen aufhören: Dass Zigaretten ungesund sind, ist keine Neuigkeit. Rauchen erhöht den Blutdruck sowohl temporär als auch langfristig, indem es die Gefäße verengt. Auch wenn es schwerfällt, sollten Raucher mit Bluthochdruck unbedingt von der schlechten Angewohnheit ablassen.
  • Gewichtsreduktion: Das Körpergewicht hat einen großen Einfluss auf den Blutdruck. Pro abgenommenes Kilogramm Körpergewicht kann der Blutdruck etwa um zwei mmHg sinken. Das klingt zunächst wenig, summiert sich jedoch rasch auf. Blitzdiäten versprechen den schnellen Erfolg, dieser hält aber meist nur kurzfristig an. Eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung im Alltag sind deutlich gesünder und helfen, langfristig abzunehmen und ein gesundes Gewicht zu halten.
  • Salzarme Ernährung: Zu viel Kochsalz lässt den Blutdruck steigen. Besonders in Fertigprodukten ist oftmals zu viel Salz enthalten. Pro Tag sollte die aufgenommene Menge Salz nicht mehr als fünf bis sechs Gramm übersteigen. Es empfiehlt sich, selbst zu kochen und dabei mit einer sehr feinen Waage das Salz vor der Verwendung nachzuwiegen, um einen Überblick zu bekommen. Auch andere, gesunde Gewürze und Kräuter helfen, fades Essen aufzupeppen. Manche Gewürze haben sogar eine blutdrucksenkende Wirkung, darunter beispielsweise Knoblauch.
  • Weniger Cholesterin: Schädliches LDL-Cholesterin steckt besonders in tierischen Produkten. Cholesterin kann sich an den Gefäßwänden anlagern und die Gefäße so verengen. Deshalb sollte bei Bluthochdruck die Aufnahme tierischer Fette reduziert werden und mehr Pflanzliches auf dem Teller landen.
  • Alkohol meiden: Alkohol kann das Herz-Kreislaufsystem belasten. Deshalb sollten Menschen mit Bluthochdruck weitestgehend auf Alkohol verzichten. 

Blutdruck senken: Sofortmaßnahme bei zu hohen Werten?

Auch Stress wirkt sich ungünstig auf den Blutdruck aus. Deswegen eignen sich einige Entspannungstechniken, um den hohen Blutdruck kurzfristig zu senken. Auch langfristig können sie positive Folgen haben. Gut bewährt im Kampf gegen schädlichen Stress haben sich zum Beispiel das autogene Training und Meditation. Auch Yoga kann dabei helfen, den Blutdruck zu senken.

Wer außerdem merkt, dass er gerade in einer akut stressigen Situation ist, dem hilft eine tiefe Bauchatmung als Sofortmaßnahme zum Senken des Blutdrucks. Bereits nach ein paar Atemzügen beruhigen sich Nervensystem und Blutdruck.

Bluthochdruck: Medikamente helfen bei arterieller Hypertonie

Können die Werte nicht auf natürliche Weise gesenkt werden, gibt es Bluthochdruck Tabletten, die helfen können.

Verschiedene Wirkstoffe kommen beim Blutdrucksenken zum Einsatz.  An der Blutdruckregulierung sind verschiedene Organe und Hormone beteiligt. Bluthochdruck-Medikamente können überall in diesem komplexen System ansetzen und den Blutdruck so beeinflussen. Es gibt verschiedene Wirkstoffklassen:

  • Betablocker: Betablocker reduzieren die Herzfrequenz. Somit wird pro Minute weniger Blut in die Gefäße gepresst. Das senkt den Blutdruck. Betablocker werden außerdem bei der Koronaren Herzkrankheit eingesetzt, da sie den Herzmuskel schützen.
  • Diuretika: Diuretika sorgen dafür, dass mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird. Das Blutvolumen sinkt und damit auch der Druck in den Gefäßen.
  • ACE-Hemmer: Angiotensin ist ein Hormon, dass die Blutgefäße verengt und damit den Blutdruck in die Höhe schnellen lässt. Zu seiner Bildung wird ein Enzym benötigt, das abgekürzt ACE heißt. Wird das Enzym durch ACE-Hemmer inaktiviert, kann kein Angiotensin mehr gebildet werden, die Gefäße verengen sich nicht und der Blutdruck bleibt konstant niedrig.
  • Calciumantagonisten (auch Calciumkanalblocker): Die Blutgefäße sind von einer feinen Muskelschicht umhüllt, welche sich an- und entspannen kann. Gesteuert wird das über den Einstrom von Calciumionen. Strömt Calcium in die Zelle ein, spannt sich der Muskel an. Die Blutgefäße verengen sich. Calciumantagonisten hemmen die Kanäle, durch die Calcium in die Muskelzellen eindringen kann, und sorgen so für erweiterte Gefäße.
  • Sartane (Angiotension-Rezeptor-Blocker): Eine recht neue Wirkstoffgruppe im Einsatz gegen Bluthochdruck wirkt an den Gefäßen und erweitert diese. Sartane sind besser verträglich als ACE-Hemmer, welche als Nebenwirkung häufig trockenen Husten auslösen.

Für die erfolgreiche Behandlung des Bluthochdrucks ist es von zentraler Bedeutung, dass die Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Das heißt, auch wenn an einem Tag besonders niedrige Werte gemessen werden, dürfen die Tabletten nicht weggelassen werden.

Bluthochdruck: Medikamente als Kombipräparat

Oft werden Betroffenen mehrere Wirkstoffe verschrieben, die an verschiedenen Stellschrauben im Blutdruck-Regulationssystem ansetzen. Für Bluthochdruckpatienten bedeutet dies, mehrere Tabletten täglich einnehmen zu müssen. Das führt nicht selten dazu, dass die Tabletten gegen den Bluthochdruck nicht gewissenhaft eingenommen werden. Gerade bei Nebenwirkungen setzen Patienten ein Medikament ohne Rücksprache mit dem Arzt manchmal eigenständig ab. Da die Medikation aufeinander abgestimmt ist, kann das verheerende Folgen nach sich ziehen.

Deshalb werden vermehrt Kombipräparate verschrieben – eine Tablette mit mehreren Wirkstoffen. Meist wird ein ACE-Hemmer oder ein Wirkstoff aus der Gruppe der Sartane mit einem entwässernden Diuretikum oder einem Calciumantagonisten kombiniert. Auch können drei kombinierte Wirkstoffe zum Einsatz kommen.