Ärztin misst Blutdruck bei älterer Frau
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Bluthochdruck als typisches Symptom

Nierenarterienstenose: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Nierenarterienstenose ist die Verengung eines Blutgefäßes, das die Niere versorgt. Ursache ist meist Arteriosklerose, typische Folge eine Erhöhung des Blutdrucks. Unbehandelt kann eine Nierenarterienstenose zu schweren Nierenschäden führen. Lesen Sie hier, welche Anzeichen auf eine Nierenarterienstenose hinweisen, wie sie diagnostiziert und behandelt wird.

Was ist eine Nierenarterienstenose?

Als Nierenarterienstenose (NAST) wird eine Verengung (Stenose) der Arteria renalis bezeichnet, welche die Niere mit Blut versorgt. Diese Verengung kann sowohl ein- als auch beidseitig auftreten und führt in der Niere zur Ausschüttung eines Hormons (Renin). Dieses erhöht den Blutdruck, damit die Niere wieder besser versorgt wird. Deshalb ist Bluthochdruck eines der typischen Symptome einer Nierenarterienstenose.

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Nierenarterienstenose steigt mit zunehmendem Alter – es gibt jedoch auch eine Form der NAST, die bereits in jungen Jahren auftreten kann.

Nierenarterienstenose: Ursachen für die Gefäßverengung

In 80 Prozent der Fälle ist eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) für die Entstehung der Nierenarterienstenose verantwortlich. Arteriosklerose ist eine entzündliche Gefäßerkrankung, bei welcher es zu Ablagerungen in den Gefäßwänden kommt, wodurch sich Durchmesser sowie Elastizität des betroffenen Blutgefäßes nach und nach verringern. Diese sogenannte arteriosklerotische Nierenarterienstenose betrifft vor allem Männer im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt sowie Raucher*innen.

Deutlich seltener (in circa 20 Prozent der Fälle) kommt die sogenannte fibromuskuläre Nierenarterienstenose vor, bei der es nach und nach zu einer nicht-entzündlichen Verdickung der Gefäßwand kommt. Diese Form der NAST ist angeboren, betroffen sind vor allem Frauen im dritten Lebensjahrzehnt.

Symptome einer Nierenarterienstenose

Eine Arterienverengung ist für Betroffene nicht zu spüren, für einige Menschen verläuft eine Nierenarterienstenose daher symptomlos. Häufig führt die Verengung aber zu Bluthochdruck, der sich folgendermaßen äußern kann:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Ohrensausen
  • Übelkeit

Sind beide Nierenarterien betroffen, kann die Unterversorgung nicht mehr durch die Gegenseite kompensiert werden. In diesem Fall droht die Entwicklung einer chronischen Niereninsuffizienz.

Diagnose: So wird eine Nierenarterienstenose festgestellt

Oft fällt eine Nierenarterienstenose schon beim Abhören mit einem Stethoskop durch typische Strömungsgeräusche auf. Mithilfe einer 24-Stunden-Blutdruckmessung wird der aus dem Gleichgewicht geratene Blutdruck nachgewiesen– typisch ist hier, dass der Blutdruck in der Nacht nicht absinkt. Mithilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung (farbcodierte Duplexsonografie) kann das genaue Ausmaß der Verengung festgestellt werden. Alternativ können auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) vorgenommen werden. Auch eine digitale Subtraktionsangiographie mit Kontrastmittel kommt infrage, wird aufgrund der hohen Strahlenbelastung jedoch nur eingesetzt, wenn ohnehin eine Operation durchgeführt wird.

Therapie: So wird die Nierenarterienstenose behandelt

Bei einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose werden zunächst die Risikofaktoren beseitigt, die zu der Arterienverkalkung geführt haben. Das bedeutet:

  • Gewichtsreduktion
  • Nikotinverzicht
  • regelmäßige Bewegung
  • medikamentöse Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten

Lässt der Bluthochdruck sich nicht erfolgreich behandeln oder liegt eine fibromuskuläre Nierenarterienstenose vor, wird die Verengung durch eine Operation entfernt. In den meisten Fällen genügt dafür ein minimal-invasiver Eingriff, die sogenannte perkutane transluminale Angioplastie (PTA): Dabei wird ein kleiner Schlauch (Katheter) bis zu der betroffenen Stelle in der Arterie geschoben und die Engstelle mithilfe eines kleinen Ballons am Ende des Katheters aufgedehnt. Danach wird gegebenenfalls eine kleine Gefäßstütze aus Metall (Stent) platziert, die das Gefäß dauerhaft offen hält.

Ist eine PTA nicht möglich, wird die Engstelle mithilfe eines Bypasses überbrückt – dafür wird entweder eine Gefäßprothese oder körpereigenes Venenmaterial verwendet. Anders als bei der minimal-invasiven PTA ist für diesen Eingriff ein Öffnen der Bauchdecke erforderlich.

Nierenarterienstenose: Verlauf und Prognose

Ohne Behandlung schreitet die Verengung der Nierenarterie immer weiter voran, woraus sich langfristig eine Niereninsuffizienz entwickeln kann. Bleibt der Bluthochdruck dauerhaft bestehen, kann dies zudem zu weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Der Erfolg eines operativen Eingriffs sollte regelmäßig per Ultraschall kontrolliert werden – unmittelbar nach dem Eingriff, drei und sechs Monate danach und dann in jährlichen Abständen. Damit es zu keiner erneuten arteriosklerotischen Stenose kommt, müssen Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte medikamentös eingestellt werden – ein gesunder Lebenswandel mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und Nikotinverzicht verringert das Risiko erheblich.