Zur Diagnose von Herzproblemen wird immer der Blutdruck gemessen
© GettyImages/Terry Vine
Ärztliche Untersuchungen

Diagnose: Wie werden Herzprobleme festgestellt?

Oft äußern sich Herzprobleme plötzlich, manchmal kündigen sie sich langsam an. Wer bei sich Symptome einer Herz-Kreislauferkrankung bemerkt, weiß oftmals nicht, was zu tun ist, welche medizinische Anlaufstelle richtig ist und welche Untersuchungen gemacht werden. So werden Herzprobleme festgestellt.

Verdacht auf Herzprobleme: Welche Symptome können ein Hinweis sein?

Meist entwickeln sich Herz-Kreislaufprobleme, etwa die koronare Herzkrankheit oder Bluthochdruck, schleichend und unbemerkt. Die Symptome sind nicht immer eindeutig und werden oftmals auf die Lebensumstände, Alter und Stress geschoben. Deshalb werden Herzprobleme häufig zu spät erkannt. Oft erst, wenn sie mit heftigen, anfallsartigen Symptomen einhergehen, wie bei einem Herzinfarkt.

Je früher die Diagnose einer Herzerkrankung gestellt und eine Therapie eingeleitet wird, desto besser ist in der Regel die Prognose. Einige Symptome können auf eine Herz-Kreislauferkrankung hinweisen und sollten stets ärztlich abgeklärt werden:

  • Kurzatmigkeit
  • Erschöpfung
  • Schwindel
  • Vermehrtes nächtliches Wasserlassen
  • Brustenge und Brustschmerzen
  • Ohrensausen
  • Geschwollene Beine
  • Herzstolpern

Arztsuche: Wohin mit den Herz-Kreislaufproblemen?

Die Diagnose von Herzproblemen umfasst eine Vielzahl von Untersuchungen. Treten Herzprobleme plötzlich und anfallsartig auf, wird in der Regel der Notruf 112 gewählt. Werden leichte Symptome festgestellt, etwa Erschöpfung und Kurzatmigkeit, kann auch der*die Hausarzt*ärztin die erste Anlaufstelle sein. Dort kann festgestellt werden, ob ein Verdacht auf eine Herzerkrankung besteht und an eine Facharztpraxis oder kardiologische Klinik überwiesen werden.

In einem Anamnesegespräch werden die Beschwerden und Symptome erfragt sowie die familiäre Vorgeschichte und persönliche Risikofaktoren, etwa Alkohol- und Nikotinkonsum und Stress. Meist wird dann das Herz mit dem Stethoskop abgehört (Auskultation). So können ungewöhnliche Herzgeräusche festgestellt werden. Auch werden Puls und Blutdruck gemessen.

Blutabnahme: So wichtig sind die Blutwerte für die Diagnose von Herzproblemen

Das Blut versorgt den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen. Auch werden über das Blut Hormone, Medikamente, Elektrolyte und andere Stoffe transportiert. Eine Erkrankung kann sich oftmals durch veränderte Blutwerte zeigen. Auch können Blutwerte ein Risiko für die Entstehung von Herzproblemen aufdecken, so kann zu viel Cholesterin im Blut die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Darüber hinaus gibt es besondere Herzmarker, wie beispielsweise den Troponin-Wert: dieser ist erhöht, wenn der Herzmuskel geschädigt wurde und ist ein Indiz für einen Herzinfarkt.

Diagnose: Nicht-invasive Untersuchungen des Herzens

Viele Untersuchungen bei Herzproblemen sind nicht-invasive Diagnostikverfahren. Sie sind mit keinen oder sehr geringen Risiken und Schmerzen verbunden. Zu den nicht-invasiven Untersuchungen gehört beispielsweise das Elektrokardiogramm (EKG), bei dem die Herzströme gemessen werden. Das kann in Ruhe erfolgen oder auch als Belastungs-EKG. Für ein EKG werden Elektroden auf die Brust geklebt, die dann die Erregungsleitung des Herzens, die durch elektrische Signale vermittelt werden, erfassen. Bei dem Verdacht auf sporadisch auftretende Herzrhythmusstörungen wird auch manchmal ein Langzeit-EKG zur Diagnose eingesetzt. Weitere nicht-invasive Untersuchungsmethoden sind:

  • Computertomographie(Herz-CT)
  • Magnetresonanztomographie
  • Spirometrie (Lungenfunktionstest)
  • Echokardiographie (Herzultraschall)

Herzkatheteruntersuchung: Invasive Herzdiagnostik

Manchmal reicht eine äußerliche Untersuchung nicht aus, um die Diagnose eines Herzproblems zu stellen. Dann muss bei einem minimal-invasiven Eingriff mit einem Herzkatheter untersucht werden, ob beispielsweise ein Gefäßengpass (Stenose) in den Herzkranzgefäßen vorliegt. Die Untersuchung der Herzkranzgefäße mittels eines Katheters wird auch als Koronarangiographie bezeichnet. 

Bei einer Herzkatheteruntersuchung wird ein dünner Schlauch in ein Blutgefäß eingeführt und bis zum Herz geschoben. Auch können mit einem Katheter die Herzklappen sowie der Druck in der Lungenarterie untersucht und gemessen werden.  Der Eingriff kommt nicht ganz ohne Risiken aus, hat jedoch auch einige Vorteile. Wird eine Engstelle gefunden, kann diese meist auch gleich behandelt werden, beispielsweise durch das Einsetzen eines Stents. Weitere Katheteruntersuchungen sind:

  • Angiographie: Röntgenuntersuchung der Gefäße
  • Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Diagnostikverfahren bei Herzrhythmusstörungen

Nebenwirkungen und Komplikationen nach einer Katheteruntersuchung sind eher selten, es können unter anderem Nachblutungen an der Einstichstelle, allergische Reaktionen aufgrund eines verabreichten Kontrastmittels und Verletzungen eines Blutgefäßes nach dem Eingriff auftreten.