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Erlebnisse mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren

Wie wirkt sich ein Herzschrittmacher oder Defibrillator auf den Alltag aus? Die Erfahrungen unserer Leser sind durchweg positiv.

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Wieder fit im Leben stehen – ein Herzschrittmacher kann es möglich machen.

Ob Herzschrittmacher oder Defibrillator: Implantierbare Stimulatoren können die Lebensqualität von Herzkranken verbessern. Darauf deuten die Erlebnisse und Erfahrungen der Menschen hin, die hier zu Wort kommen.

S. informierte uns über den Opa ihres Mannes:

"Hallo, ich bin selbst keine Schrittmacher-Trägerin. Der Opa meines Mannes bekam einen im Alter von 87 Jahren, weil er oft in eine Art "Koma-Zustand" fiel und nicht mehr reagierte. Er saß dann apathisch auf seinem Sessel und sackte ohne vorherige Ankündigung zusammen.

Nachdem ihm ein Schrittmacher eingesetzt wurde, ging es wieder bergauf. Er nahm wieder am Leben teil. Leider verstarb er 1,5 Jahre nach der OP an einer Lungenentzündung, weil er nach einem Sturz im Treppenhaus bettlägerig war."

K. P. hatte nach der Implantation keine Beschwerden mehr

"Ich bin 82 Jahre alt und bekam wegen zunehmender Rhythmusstörungen   und Bradycardie vor 3 Jahren einen Schrittmacher VIATRON SN Diamond, Model 820. Das Gerät wurde komplikationslos implantiert, läuft einwandfrei. Objektive und subjektive Beschwerden sind praktisch vorüber."

Für C.S. stellt der Schrittmacher eine Bereicherung dar

"Mit 15 Jahren wurde bei mir ein totaler AV-Block (also 3. Grades) festgestellt. Der Puls ging nachts bis auf 25 runter, tags in Ruhe war er bei 60, unter Belastung ging er bis 100. Je nach dem welcher Belastung ich nachging mit oder ohne Rhythmusstörungen. Radfahren ging problemlos (ich bin Rennradgefahren 100 km am Stück ohne Einschränkungen), aber wenn es ums schnelle Laufen ging, war kaum was möglich. Letztendlich hielten die Ärzte es immer für ein Wunder, da Belastungs-EKGs bestens waren. Bis auf den niedrigen Puls. Aber alles andere war OK, kein vergrößertes Herz, kein Erhöhter Blutdruck.

Somit lebte ich vor mich hin und es ging mir gut. Ab und an verschwendete ich allerdings Gedanken an einen Schrittmacher, da der niedrige Puls nachts schon extrem war.

Mit 21 kam eine plötzliche Ohnmacht. Ich hatte die Wohnung geputzt, mich danach auf der Couch entspannen wollen und es kam eine schwarze Wand auf mich zugerast. Aufgewacht bin ich dann vor der Couch auf dem Boden und mir war k...übel. Ich wurde sofort ins KH gebracht und bekam einen temporären SM, dessen Kabel am Schlüsselbein eingeführt wurden. Dabei hat man freundlicher Weise noch meine Lunge angestochen, so dass es zu einem Pneumothorax  kam. Es ging immer mehr Luft aus der Lunge in einen sich bildenden Hohlraum. Wurde zwar selbst auf der Intensivstation nicht gleich erkannt, meim Gejammer daß ich nicht anständig atmen kann als "ist halt so" abgetan. Zum Glück war irgendwann Schichtwechsel und der folgende Arzt wurde zuerst hellhörig und dann musste es schnell gehen. Aber es ging ja noch mal gut aus und so lag ich dann einige Tage auf Station, um die Luft wieder rauszubekommen, denn erst dann wollte man operieren. Ich wollte eine Vollnarkose, denn ich war mit meinen Nerven am Ende. Bekam ich aber nicht, und so nützte während der OP auch die maximal mögliche Valiumdosis nicht, um gegen meinen Adrenalinspiegel anzukommen.

War aber alles harmlos. Der Schnitt wurde oberhalb der Brust gesetzt und lediglich beim Einsetzten des SM in die Tasche war es ein unangenehmes Gefühl. Das war aber auch alles.

Nach der OP ging es mir blendend. Der Schlauch zwischen meinen Rippen vom Pneumothorax war draußen und ich fühlte mich auch einfach gut. Nachdem ich eine Woche nur gelegen war konnte ich mich zwar zuerst nicht auf den Beinen halten, aber auch das war schnell vorbei. Die Wunde schmerze kaum, den entsprechenden Arm kann man nicht so richtig gut bewegen, aber auch das legt sich schnell. Letztendlich ist die OP an sich ein Klacks, wenn man nicht schon so wie ich grad mit was anderem rummacht.

Der SM wurde bei mir auch schon ausgetauscht, allerdings wegen einer Rückrufaktion, nicht weil die Batterie leer war. Bis dahin waren schon fünf Jahre vergangen, er hätte noch einiges mitgemacht, und das obwohl ich viel Sport treibe, und somit auch die Batterie mehr belastet wird als wenn man nur sitzt und liegt.

Der Schrittmacher wurde für mich auch so ausgesucht, dass er bis möglichst hohe Pulsfrequenzen mitgeht. Bei so circa 170 / 180 ist nämlich ein technischen Problem vorhanden, viel mehr geht nicht so einfach, deshalb hat man auch Probleme bei Babys, die noch höhere Pulsfrequenzen haben. Ich bin mit beiden Geräten sehr zufrieden (gewesen), mit dem jetzigen vielleicht ein bisschen mehr. Aber es liegt wohl auch an der Betreuung. Vorher war ich an einer Uniklinik im SM Zentrum. Jedes Mal ein anderer Arzt, viele verschiedene Meinungen, keiner kennt einen und viele verschiedene Einstellungen somit. Jetzt habe ich einen Kardiologen. Der kennt mich, fummelt nicht an allem rum wenn ich zufrieden bin, aber tut auch was wenn ich mal Probleme habe. Manchmal habe ich ein Klopfen gespürt, so was kann man wegmachen, so wie vieles andere auch. Wenn ein SM gut eingestellt ist, merkt man ihn nicht, außer dass unter der Haut was Hartes ist. Bei bei dem SM habe ich allerdings gut ein Jahr gebraucht, um mich wieder richtig daran zu gewöhnen und nicht täglich mindestens einmal daran zu denken. Das Herz ist doch nicht irgendein Organ, obwohl es simpler ist als der Magen. Ein einfacher Muskel nur. Doch die Psyche hängt sehr daran, deshalb kann man von außen oft nicht verstehen, welche Probleme einen Menschen mit SM plagen können. Je nach Vorerkrankung können Todesängste kommen, und dann kann man nur hoffen, auch den richtigen Arzt zu haben, der nicht alles banalisiert.

Letztendlich sind die SM für mich sicherlich eine Bereicherung. Ich habe nicht mehr den extremen Pulsabfall nach Rhythmusstörungen beim Laufen, alles ist kontrollierter und ich habe nur hinzugewonnen. Ich weiß aber auch, daß ich überleben kann, wenn das Ding ausfällt, für mich sicherlich auch noch eine wichtige psychische Stütze. Man muß keine Angst vor der OP haben. Wenn ein SM eine Option ist, dann ist es sicherlich keine riskante. Das Auswechseln habe ich sogar ambulant machen lassen. Persönlich finde ich aber mit das Wichtigste eine GUTE persönliche Betreuung durch EINEN Arzt."
A. H. feiert den Tag der Implantation wie einen zweiten Geburtstag

"Ich (25 Jahre, w) habe seit dem 17.10.2001 einen DDD-Schrittmacher von Medtronic. Mit ca. 2 Jahren traten bei mir unklare Bewusstlosigkeiten, früher nur Nachts, mit zunehmendem Alter aber auch zu den unterschiedlichsten Zeiten, auf. Immer wieder war ich im Krankenhaus, in verschiedenen Abteilungen wurde ich durchgecheckt. Doch es fand sich keine Ursache. Eine Diagnose lautete "Nächtlicher Angstzustand" und man gab in der Kinderklinik meinen Eltern die Empfehlung, mir Abends ein Beruhigungsmittel zu verabreichen.

Sowohl neurologisch, als auch internistisch fand sich keine Erklärung für diese Zustände. Der einzige Anhaltspunkt aus den Beobachtungen meiner Eltern war, dass ich während der Bewusstlosigkeiten blau war, kein Puls zu tasten war und manchmal auch ein Atemstillstand erfolgte. Gelegentlich hatte ich Harnverlust, was ich sehr unangenehm und peinlich fand.

Im Jahre 2000 hatte ich aufgrund der Bewusstlosigkeit ein Schädelhirntrauma sowie multiple Prellungen erlitten, als ich aus dem vollen Stand heraus auf den Kopf stürzte. Doch es war wieder nichts zu finden. Ein erneuter mehrwöchiger Klinikaufenthalt ergab keinen Befund.

2001 stürzte ich während einer Synkope gegen einen Metallcontainer, dies geschah, durch einen Zufall, im Krankenhaus, beobachtet von einigen Ärzten. Aufgrund der Hartnäckigkeit, für die ich im Nachhinein sehr dankbar bin, wurde beschlossen, erneut nach den Ursachen zu forschen. Ein sehr guter Kardiologe empfahl mir die Implantation eines Event-Recorders, ein kleines EKG-Gerät in der Größe eines Feuerzeuges, das in der Brust unter die Haut implantiert wird, dort ein Jahr liegen bleiben kann und mittels eines kleinen Aktivierungsgerätes ein EKG aufzeichnen kann.

Nach Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse wurde im Oktober 2001 der Event-Recorder implantiert. Wie es der Zufall wollte, erlitt ich noch unter ärztlicher Aufsicht eine Bewusstlosigkeit, während der ich einen ca. 20 sekündigen Herzstillstand hatte. Dies schrieb das EKG mit. Eine Woche später wurde mir mein Herzschrittmacher implantiert.

Die Operation fand ich persönlich als unangenehm, doch es ist nichts im Vergleich zu den vielen Krankenhausaufenthalten und Verletzungen, die mich in den 20 Jahren begleiteten.

Gelegentlich merke ich die Impulse. Manchmal nervt es mich und ich finde es unangenehm, manchmal freue ich mich aber einfach nur, dass das Gerät funktioniert. An der Implantationsstelle bin ich immer noch empfindlich, ich mag es nicht, wenn ich zum Beispiel stürmisch in den Arm genommen werde. Am Anfang hatte ich starke Schmerzen und ich hatte ein unwohles Gefühl vor Menschenmengen, aus Angst, angerempelt zu werden und Schmerzen zu haben. Einige Ärzte bestätigten mir, dass es ein Wunder ist, dass ich überhaupt noch lebe, wenn man sich vorstellt, dass das Ganze auch mal beim Autofahren oder als Fußgänger an einer Ampel hätte passieren können, wenn gerade ein Auto oder LKW vorbeifährt. Insofern bin ich einfach nur glücklich, dass es so eine Erfindung gibt und einige Ärzte doch so hartnäckig weitergeforscht haben. Seit ich meinen Schrittmacher habe, hatte ich keine Synkope mehr und ich betrachte den Tag der Implantation als meinen 2. Geburtstag."

Der Schrittmacher spielt im Leben von B. G. lediglich eine untergeordnete Rolle

... Mir wurde am 17.05.2001 ein Schrittmacher implantiert. Der Grund ist war (und ist) ein so genannter AV-Block III. Ich wurde am 11.05.01 mit einem Herzanfall in das Krankenhaus gebracht. Der Anfall kam in den frühen Morgenstunden, d.h. mir war fürchterlich schlecht und das Herz schlug wie wild. Ich konnte selber die Feuerwehr rufen die mich sofort in Krankenhaus brachte. Die nur kurze Zeit später durchgeführte Herzkatheter-Untersuchung ergab einen Verdacht auf einen so genannten AV-Block III.

Nach weiteren Untersuchungen wurde dann die Implantation eines Herzschrittmachers durchgeführt. Die Operation selber empfand ich als absolut harmlos. Das klingt vielleicht albern, aber eine Operation an den Nasennebenhöhlen empfand ich als unangenehmer.

Leider heilte der implantierte Schrittmacher nicht gut ein denn es kam ein sogenannte Tascheninfektion dazu. Am 31.05.01 wurde der Schrittmacher mit allem Zubehör (Elektroden) wieder entfernt und ein Neuer am 06.06.01 implantiert. Mein Hauptproblem nach der Implantation war, dass ich nun das Gefühl hatte, ich könnte gewissermaßen nicht mehr allein über einen eventuellen Tod bestimmen, sondern eine Maschine würde mich eigentlich noch am Leben erhalten wenn ich eigentlich schon tot wäre.

Dieses Gefühl habe ich heute nicht mehr. Der Schrittmacher spielt in meinem Leben eigentlich jetzt eine untergeordnete Rolle. Ich denke kaum daran und werde nur beim Blick in den Spiegel durch die zwei erkennbaren Narben daran erinnert.

Meine Herzprobleme sind zur Zeit sehr gering und ich bin täglich dabei meine Herzleistung durch ein kontinuierliches Training auf einem guten Ergometer zu verbessern. Wenn also jemand vor einem Schrittmacher Angst hat so sollte er diese Angst schnell vergessen.

Mit einem gut eingestellten Schrittmacher kann man gut leben."

Für H. M. stellten die Impulse anfangs eine große Belastung dar

"Ich (59 Jahre) alt habe seit zwei Jahren einen Einkammer-Schrittmacher von Medtronic. Diagnose: starke Herzrhythmusstörungen, z.T. Vorhofflimmern. Therapie: Betablocker, Antiarhythmika ,Markumar hohe Magnesiumgaben und zur Absicherung "nach unten" den Schrittmacher.

Zu Anfang war es schon eine schlimme psychische und physische Belastung, z.B. spürte ich den Impuls besonders abends vor dem Einschlafen - und wurde wieder wach! Außerdem drückt(e) er beim Liegen/Schlafen auf die rechten Schulterknochen.

Heute - nach einer langen Zeit der (mentalen) Eingewöhnung - gibt mir der Schrittmacher ein großes Gefühl der Sicherheit und ich glaube, dass ich ohne ihn ständig ein sehr großes Angstgefühl hätte. Also: in dubio pro!"

Günter H. reagiert sehr empfindsam auf seinen Schrittmacher

"Nach einem Herzstillstand von 8 Sekunden erhielt ich (53 J., männl.) 1999 einen Herzschrittmacher. Ich hatte vorher keinerlei Herzprobleme und lebte auch einigermaßen vernünftig - kein Alkohol, kein Nikotin, geringes Übergewicht, kein Bluthochdruck.

Die Implantation verlief problemlos. Ich spüre nicht, ob und wann der Schrittmacher arbeitet. Allerdings habe ich seit dieser Zeit immer wieder ein Druckgefühl in der linken Brust- oder Rückenseite, dass zeitweilig auftritt und ein Ziehen im linken Arm. Der den Schrittmacher halbjährlich kontrollierende Arzt hält dies für eine besondere Sensibilität, ich selbst empfinde dies aber als beunruhigend."

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