Vorhofflimmern

Atriale Fibrillation, AF

Das Herz ist ein spezieller Muskel, der die Hauptarbeit beim Transport (Pumpen) des Bluts durch den Körper leistet. Das Herz besitzt zwei Vorkammern (Vorhöfe oder Atrien) sowie zwei Hauptkammern (Herzkammern oder Ventrikel), wobei das Blut aus den aus dem Körper bzw. der Lunge zum Herzen führenden Venen zunächst in die Atrien gelangt.

Vorhofflimmern
Die normale Herzfrequenz weist eine große Bandbreite auf.
Getty Images/iStockphoto

Das sauerstoffarme ("blaue") Blut gelangt über die obere und die untere Hohlvene aus dem Körperkreislauf in das rechte Atrium. Sobald sich die Vorhöfe gefüllt haben, ziehen sie sich zusammen und pressen das Blut durch die sich dabei öffnenden Atrioventrikularklappen (Trikuspidalklappe beim rechten und Mitralklappe beim linken Vorhof) in die jeweiligen Herzkammern.

Die rechte Herzkammer pumpt dann das sauerstoffarme Blut durch die Lunge, während die linke Herzkammer das sauerstoffreiche Blut in alle Regionen des Körpers pumpt. Das elektrische Reizleitungssystem stellt die korrekte Abfolge dieser Ereignisse im Herzen sicher. Der Sinusknoten fungiert als Haupttaktgeber des Herzens, der jeden einzelnen Herzschlag einleitet. Das elektrische Signal läuft dann wie eine Welle durch die Vorhöfe und gelangt zum Atrioventrikularknoten (AV-Knoten). Dieser leitet das Signal an die Herzkammern weiter, wodurch diese sich zusammenziehen und das Blut weiterpumpen, nachdem sie sich mit Blut gefüllt haben.

Was versteht man unter "Vorhofflimmern" (Atriale Fibrillation, AF)?

Normalerweise schlägt das Herz mit einer regelmäßigen Frequenz ("Sinusrhythmus"), die sich je nach körperlicher oder emotionaler Belastung beschleunigt oder verlangsamt. Diese normale Herzfrequenz weist eine große Bandbreite auf. So ist während des Schlafs eine Herzfrequenz von 40 Schlägen je Minute ebenso normal wie 200 Herzschläge je Minute unter Belastung.

Anormale Herzrhythmen (Arrhythmien) treten auf, wenn der Sinusknoten die Kontrolle über die Kontraktionen des Herzmuskels verliert und die Herzfrequenz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig wird. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Arrhythmien. Dabei wird der regelmäßige Sinusrhythmus plötzlich durch eine Vielzahl kleiner elektrischer Impulsgeber überall in den Vorhöfen ersetzt, die zu willkürlichen Kontraktionen der Vorhöfe führen. In der Folge kommt es zu einem unregelmäßigen, üblicherweise zu schnellem Herzschlag. Man kann sich dies als "elektrischen Kurzschluss" des üblichen Signalwegs durch die Vorhöfe vorstellen.

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