Arteriosklerose

Rauchen, zu fettes Essen, Diabetes, anhaltender Stress und Bluthochdruck begünstigen die Arterienverkalkung

Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet, ist Ursache für unterschiedliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Bei dieser Krankheit lagern sich an den Innenwänden der Arterien Substanzen (arteriosklerotische Plaques) ab, die den Blutfluss erschweren oder sogar ganz verhindern.

Ungesundes Mittagessen
Arteriosklerose vorbeugen heißt Risikofaktoren wie eine ungesunde Ernährung zu meiden.
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Bei einer Arteriosklerose verlieren die Gefäße an Elastizität. Arteriosklerose kann die mittleren und großen Arterien in Gehirn, Herz, Nieren, in anderen lebenswichtigen Organen und in den Beinen betreffen. Daher zählen zu den Folgen unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch die "Schaufensterkrankheit" (Claudicatio intermittens).

Die Folgeerkrankungen der Arteriosklerose gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. 2030 wird weltweit jeder Vierte an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt sterben – so die Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bereits heute sind sie die häufigste Todesursache in Deutschland.

Ursachen der Arteriosklerose

Ursachen der Arteriosklerose sind neben weiteren Faktoren vor allem Bluthochdruck und lokaler Sauerstoffmangel in den Gefäßen. Zunächst kommt es zu einer Schädigung der inneren Gefäßwand. An der Oberfläche dieser Schädigungen lagern sich Blutplättchen an und verklumpen miteinander. Bereits in den Arterien von Kindern sind Ablagerungen zu finden. Diese vermehren sich im Laufe der Zeit.

Risikofaktoren fürs Entstehen von Arteriosklerose sind:

  • Rauchen
  • fettreiches Essen
  • Diabetes
  • anhaltender Stress
  • Bluthochdruck

wachsen die Ablagerungen zu arteriosklerotischen Plaques heran - in der Frühform auch als Atherom, degenerative Veränderung an der Gefäßwand, bezeichnet. Die Blutplättchen verengen die Gefäße und behindern zunehmend deren Durchblutung. Zu Problemen führen sie jedoch erst etwa ab dem zweiten Lebensjahrzehnt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Oberfläche einer arteriosklerotisch veränderten Arterie aufplatzen. Es lagern sich Cholesterin und andere Blutfette sowie Blutplättchen an. Die Arterie verengt sich zunehmend, bis sie schließlich vollständig verschlossen wird.

Symptome, die eine Arterienverkalkung anzeigen

Eine Arteriosklerose verursacht gewöhnlich erst dann Symptome, wenn das Innere einer Arterie um etwa 70 Prozent verengt ist. Die Symptome nehmen im gleichen Maße zu, wie die Atherome, die degenerativen Veränderungen an der Gefäßwand, eine Arterie verengen. Gelegentlich können sie jedoch auch urplötzlich auftreten; beispielsweise dann, wenn es durch den Verschluss einer Arterie zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt.

Die Symptome der Arteriosklerose sind davon abhängig, in welchem Körperteil es zu einer Blockade in den Gefäßen kommt. Sind die Herzkranzarterien betroffen, so kann es zu Brustenge ( Angina Pectoris) und zu einem Herzinfarkt kommen. Auch Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche deuten unter anderem auf Arteriosklerose hin. Zu einem Schlaganfall kommt es dann, wenn die Schlagadern des Kopfs von arteriosklerotischen Veränderungen betroffen sind. Eine Verengung in den Beinarterien hingegen verursacht Beinschmerzen und damit die so genannte "Schaufensterkrankheit" (Claudicatio intermittens).

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Diagnoseverfahren bei Verdacht auf Arteriosklerose

Arteriosklerose ist Ursache vieler Krankheiten und Beschwerden. Daher wird nicht die Arteriosklerose, sondern die durch sie verursachte Krankheit diagnostiziert. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) klärt der Arzt gemeinsam mit dem Betroffenen dessen individuelle Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, unzureichende Bewegung oder ungesunde Ernährung ab. Außerdem ist für die Diagnose wichtig, ob in der Familie Personen unter Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten oder Übergewicht leiden.

Von der vermuteten Gefäßkrankheit ist es abhängig, welche Untersuchungen der Arzt zur Diagnose durchführt. Bei der Diagnose der Koronaren Herzkrankheit sind dies beispielsweise ein Belastungs-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzmuskels. Hierbei werden elektrische Aktivitäten des Herzens während einer körperlichen Belastung aufgezeichnet und Narben oder Durchblutungsstörungen des Herzens sichtbar gemacht.

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, kann diese Vermutung durch eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT) abgesichert werden. Mithilfe dieser beiden Diagnoseverfahren werden Blockaden in den Gefäßen sichtbar.

Therapie bei verengten Blutgefäßen

Die Arteriosklerose kann eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten wie

  • Angina Pectoris
  • Herzinfarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche
  • Nierenversagen
  • Schlaganfall
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen

zur Folge haben. Diese müssen jeweils einzeln und krankheitsspezifisch behandelt werden.

Ziel der Therapie einer Arteriosklerose ist es, die verengten Blutgefäße zu erweitern. Hierdurch soll die Durchblutung und Versorgung des Gefäßes und des betroffenen Gewebes verbessert werden. Es besteht die Möglichkeit, die Verengung mit einer Ballondilation zu beheben. Hierbei wird die verengte Stelle im Gefäß mit einem Ballon aufgedehnt und anschließend ein röhrenförmiges Metallgitter (Stent) zur Stabilisierung des Gefäßes eingepflanzt. Daneben werden auch Medikamente verabreicht, beispielsweise um die Durchblutung zu verbessern und um Schmerzen zu lindern.

Verlauf der Erkrankung

Eine fortschreitende Arteriosklerose kann Komplikationen wie

verursachen.

Alle frühen Schäden durch Arteriosklerose gelten als rückbildungsfähig, wenn ihre Risikofaktoren konsequent vermieden werden. Auch durch die Einnahme von Medikamenten oder operative Eingriffe lässt sich die Situation der Betroffenen verbessern.

Vorbeugen: Risikofaktoren für Arteriosklerose vermeiden

Einer Arteriosklerose kann vorgebeugt werden, indem die Risikofaktoren für die Erkrankung ausgeschaltet werden. Dazu gehört:

  • Verzicht auf das Rauchen
  • Senken des Cholesterinspiegels
  • Senken des Blutdrucks
  • Aufnahme einer sportlichen Betätigung
  • Gewichtsreduktion

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind ebenfalls dazu geeignet, bestehende Risiken für Arteriosklerose frühzeitig zu erkennen und notwendige Schritte abzuleiten.

Benötigen Sie weitere Informationen zur Arteriosklerose? Dann stellen Sie Ihre Frage in unserem Expertenrat und Foren zu Herz- und Gefäßkrankheiten.

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Was ist Arteriosklerose?

Dr. Sven Hauck, Kardiologe aus Nürnberg im Interview mit Ratgeber Medizin "Gut geht's" zum Thema Arteriosklerose und was die Volkskrankheit auslöst.

Ratgeber Medizin/ Sven Hauck

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