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Triglyzerid-Konzentration im Blut

Die wichtigsten Laborwerte für ein gesundes Herz verstehen

Die Triglyzeridkonzentration im Blut (Triglyzeridspiegel oder Triglyzeridwert) kann durch eine Fettstoffwechselstörung verändert werden.

Im Cholesterin-Konzentrationen im Blut wird der Triglyzeridspiegel zusammen mit den Cholesterin-Konzentrationen im Blut bestimmt.

Maßeinheit für den Triglyzeridspiegel

Die Triglyzeridkonzentration im Blutserum wird wie die Cholesterinwerte in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben.

Umrechnungsfaktoren für Triglyzeridwerte:

Triglyzeridwert in mg/dl entspricht einem Triglyzeridwert in mmol/l x 86,9

Triglyzeridwert in mmol/l entspricht einem Triglyzeridwert in mg/dl x 0,0115

Normale und bedenkliche Triglyzeridwerte

Bedenkliche Triglyzeridwerte im Blut können eine Gefahr für eine Koronare Herzkrankheit, einen Herzinfarkt: Schnelles Handeln ist überlebenswichtig und einen Schlaganfall darstellen und sollten ggf. medikamentös behandelt werden. Entsprechend den fachärztlichen Empfehlungen gelten für Erwachsene folgende Normwerte:

  Normwerte Grenzwerte bedenkliche Werte
Triglyzeride 50 bis 180 mg/dl bzw.

0,57 bis 2,07 mmol/l
181 bis 200 mg/dl bzw.

1,08 bis 2,3 mmol/l
über 200 mg/dl bzw.

über 2,3 mmol/l

Bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren sollten die Triglyzeridkonzentrationen deutlich unter den Werten liegen, die für die Erwachsenen angegeben sind. Befinden sich der gemessene Triglyzeridspiegel im Grenzbereich, ist eine regelmäßige Überprüfung bei der jährlichen Gesundheitsvorsorge unumgänglich.

Zu viele Triglyzeride im Blut

Hypertriglyzeridämie bedeutet, im Blut befinden sich zu viele Triglyzeride, die vorwiegend aus gesättigten Fettsäuren aufgebaut sind. Die Patienten haben eine grenzwertig oder bedenklich erhöhte Triglyzeridkonzentration im Blut. Infolge einer Hypertriglyzeridämie entwickelt sich eine Arteriosklerosemit den bekannten Folgeerkrankungen:

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Diagnostik

Der Arzt stellt eine Hypertriglyzeridämie durch Messung der Triglyzeridwerte im Blut fest. Finden sich bei Ihnen sehr hohe Triglyzeridkonzentrationen, ist es unbedingt erforderlich, auch die Triglyzeridwerte Ihrer nahen Verwandten zu untersuchen. Damit kann festgestellt werden, ob Ihre Hypertriglyzeridämie ggf. familiär bedingt ist.

Verschiedene Formen: Primäre und sekundäre Hypertriglyzeridämie

Primäre und sekundäre Hypertriglyzeridämie sind die beiden Formen, als die eine Hypertriglyzeridämie auftreten kann. Im Folgenden werden die Unterschiede beider Formen erklärt.

Primäre Hypertriglyzeridämie

Die Hypertriglyzeridämie kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 300 familiär gehäuft vor und wird daher auch als familiäre oder chronische Hypertriglyzeridämie bezeichnet. Typisch für die familiäre Hypertriglyzeridämie ist, dass in der Familie nicht nur ähnlich hohe Triglyzeridkonzentrationen von 200 bis mehr als 1.000 mg/dl bzw. 2, 3 bis mehr als 11,51 mmol/l, sondern auch Cholesterin-Konzentrationen im Blut zu finden sind.

Der vererbten Form liegt ein autosomal-dominanter Erbgang zugrunde. Dies bedeutet, dass ein Mensch, der die auf einem Nicht-Geschlechtschromosom (Autosom) liegende Erbanlage (Gen) für die Hypertriglyzeridämie geerbt hat, diesen bedenklich erhöhten Triglyzeridspiegel im Blut haben wird. Die Ursache dafür ist eine Veränderung (Mutation) des Gens, das für die Aktivierung der Lipoproteinlipase zuständig ist. Die Mutation dieses Gens bewirkt, dass zu wenig aktive Lipoproteinlipase vorhanden ist, um die Chylomikronen in freie Fettsäuren und Glyzerin und/oder das VDL (Very Low Density Lipoproteine) in IDL (Intermediate Density Lipoproteine) und in das gute Cholesterin (HDL) zu spalten.

In der Folge sind im Blut krankhaft veränderte HDL-Konzentrationen und Triglyzeridwerte zu finden. Können die Cylomikronen aufgrund dieses Defekts nicht abgebaut werden, liegt eine Chylomikronämie vor.

Das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist bei einer primären Hypertriglyzeridämie sehr hoch.

Sekundäre Hypertriglyzeridämie

Bei den meisten Betroffenen entwickelt sich eine Hypertriglyzeridämie aber als Begleiterkrankung anderer Leiden und infolge anderer äußerer Faktoren. Bei dieser Form wird die Erhöhung des Triglyzeridkonzentration im Blut durch mehrere Erbanlagen (Gene) gesteuert. Eine grenzwertige oder bedenkliche Erhöhung des Triglyzeridwertes im Blut zeigt sich aber erst, wenn andere äußere Faktoren vorliegen. Hierzu zählen:

  • Erkrankungen, wie z. B.

    - Diabetes mellitus,

    - Gicht,

    - Morbus Cushing

    - Glukosespeicherkrankheit,

    - Schilddrüsenerkrankungen

    - Nierenfunktionsstörungen,

    - Pankreatitis

  • Alkoholmissbrauch

  • Zuckerreiche, ballaststoffarme Ernährung.

  • Übergewicht

  • Schwangerschaft

  • Medikamente, wie z. B.

    - Betablocker,

    - Kortikosteroide ("Kortison"),

    - Diuretika,

    - Antibabypille

Therapie

Die Therapie einer Hypertriglyzeridämie umfasst die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen, die Änderung der Lebensgewohnheiten und die medikamentöse Therapie. Mit diesen Behandlungsmaßnahmen soll eine Senkung des Triglyzeridspiegels auf weniger als 200 mg/dl bzw. weniger als 2,3 mmol/l erzielt werden.

Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen und Schwangerschaft

Hat sich die Hypertriglyzeridämie infolge anderer Erkrankungen entwickelt, lässt sich der Triglyzeridspiegel durch Behandlung dieser Erkrankungen deutlich senken oder sogar vollständig normalisieren.

Ist eine Schwangerschaft der auslösende Faktor für einen stark erhöhten Triglyzeridspiegel im Blut, verschwindet dieser in der Regel nach der Entbindung.

Änderung des Lebensstils

Eine Hypertriglyzeridämie kann durch Änderung des Lebensstils günstig beeinflusst werden. Dazu gehören vor allem:

  • die Ernährungsumstellung

    Nicht nur der Konsum fettreicher Nahrung, auch der Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und solchen mit Zuckeraustauschstoffen (z. B. Sorbit) erhöht den Triglyzeridspiegel im Blut. Essen Sie daher Lebensmittelprodukte, die sehr reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, beispielsweise an Omega-3-Fettsäuren sind. Verwenden Sie statt Zucker, Sirup oder Honig besser Süßstoff zum Süßen der Speisen. Ihr Speiseplan sollte hauptsächlich aus pflanzlichen Lebensmittel bestehen, die nicht nur vitamin- und mineralstoffreich sind, sondern auch sehr viele Ballaststoffe enrhalten.

    Weiterhin ist es wichtig, die Nahrung mit wenig Fett oder gar keinem Fett zuzubereiten (z. B. Dämpfen, Grillen, Kochen in Folie oder Dampfdrucktopf).

  • die Reduktion von Übergewicht

    Die Einschränkung der täglichen Energie- und Fettzufuhr baut Übergewicht ab. Eine erfolgreiche Gewichtsabnahme, die sich durch regelmäßige körperliche Aktivitäten unterstützen lässt, bewirkt eine Absenkung des Triglyzeridspiegels und eine Erhöhung des guten Cholesterin-Konzentrationen im Blut (HDL) im Blut. In der Folge verringert sich damit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

  • geringer Alkoholkonsum

    Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen enthält viele Kalorien und führt daher zu einem deutlichen Anstieg der Triglyzeridkonzentration im Blut.

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Medikamentöse Therapie

Falls sich ein stark erhöhter Triglyzeridspiegel nicht durch diätische Maßnahmen senken lässt, müssen die Betroffenen außerdem Lipidsenker (z. B. Fibrate), Nikotinsäure oder Fischöl, einnehmen, um einen normwertigen Triglyzeridspiegel zu erzielen.

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