Koronare Herzkrankheit

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine "Volkskrankheit" - sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufs

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) zählt zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wird auch Ischämische Herzkrankheit (IHK) genannt.

Koronare Herzkrankheit (KHK)
Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend durchblutet.

Bei der KHK verengen sich die Blutgefäße, die das Herz umgeben (Herzkranzgefäße) und dieses mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend durchblutet. Es kann zu einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) kommen.

Weltweit zählen die Koronare Herzkrankheit zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.  Allein in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Herzzstiftung etwa 2,34 Millionen Frauen und 3,16 Millionen Männer von einer KHK betroffen. Im Jahr 2011 starben bei uns rund 127 000 Männer und Frauen an der Koronaren Herzkrankheit. Menschen ab 65 Jahren sind eher von dieser Erkrankung betroffen als Personen jüngerer Altersgruppen.

Das gefährliche an der Koronaren Herzkrankheit ist, dass sie sich schleichend entwickelt. Betroffene merken teilweise über Jahre keine oder kaum Symptome. Oft wird die KHK erst dann ernstgenommen,  wenn die Arterien der Herzkranzgefäße so weit verengt sind, dass sie zu Beschwerden, einem Herzinfarkt und zur Herzschwäche führen.

Koronare Herzkrankheit: Mit diesen Medikamenten behandeln

Lifeline/Dr. Heart

Die Koronare Herzkrankheit ist eine chronische Erkrankung, die sich im Laufe des Lebens verschlechtern und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Die gute Nachricht: Vor allem durch eine gesunde Lebensweise  mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Betätigung kann jeder selbst viel dazu beitragen, das Risiko für diese Herz-Kreislauf-Erkrankung zu mindern.

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Koronare Herzkrankheit: Symptome

Die Veränderungen an den Herzkranzgefäßen können über Jahrzehnte vor sich hinschlummern, ohne dass etwas passiert.

Hauptsymptom der Koronaren Herzkrankheit ist die Angina Pectoris. Sie macht sich bemerkbar durch plötzlich auftretende und anhaltende, starke Schmerzen hinter dem Brustbein oder in der linken Brustseite. Die Schmerzen können in den linken Arm, den Unterkiefer, Hals oder in den Oberbauch ausstrahlen. Hinzu kommen Atembeschwerden, Beklemmungsgefühle oder auch Todesangst.

Die Schmerzen werden durch eine Durchblutungsstörung des Herzens ausgelöst und deuten auf eine Engstelle (Stenose) in den Gefäßen hin. Besonders tückisch: Die Hauptsymptome treten meist bei körperlicher Anstrengung oder seelischer Belastung auf und verschwinden, wenn man sich beruhigt.

Weitere Symptome der Koronaren Herzkrankheit sind:

Koronare Herzkrankheit: Ursachen

Hier lagert sich an der Innenseite der Gefäße fettbeladenes Material ab, in das sich später Kalk einlagert. Die Arterien verengen sich und der Blutstrom wird behindert. Das Gewebe, das von den Arterien mit Blut versorgt wurde, wird nun von der Blutzufuhr abgeschnitten. Wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, stirbt das Gewebe ab.

Auch wenn sich eine Arteriosklerose  in allen Arterien des Körpers bilden kann, tritt sie überwiegend in den Gefäßen des Herzens sowie der Hals- und der Bauchschlagader auf. Sind die Herzgefäße betroffen, spricht man von der Koronaren Herzkrankheit.

Bereits in den Arterien von Kindern sind Fettablagerungen zu finden. Diese vermehren sich im Laufe der Zeit. Zu Problemen führen sie jedoch erst etwa ab dem zweiten Lebensjahrzehnt. Unter dem Einfluss von Risikofaktoren wie

  • Zigarettenkonsum,
  • fettreichem Essen,
  • anhaltendem Stress und
  • hohem Blutdruck

wachsen die Ablagerungen zu arteriosklerotischen Plaques heran und behindern zunehmend die Durchblutung der Gefäße.

Als weitere Risikofaktoren für die Koronare Herzkrankheit gelten:

  • Übergewicht (Adipositas)
  • eine Störung des Fettstoffwechsels / erhöhte Cholesterinwerte
  • eine Störung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus, "Zuckerkrankheit")
  • Bewegungsmangel

Die meisten Risikofaktoren der Koronaren Herzkrankheit basieren auf ungesunden Lebensgewohnheiten, die oft schon seit dem Kindes- und Jugendalter praktiziert werden.

Koronare Herzkrankheit: Diagnose

Fragen nach bekannten Herzerkrankungen in der Familie dienen dem Arzt dazu, die individuellen Risikofaktoren abzuklären. Außerdem gehört zur Diagnose eine Blutdruckmessung  und die Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG), mit dessen Hilfe typische Auffälligkeiten festgestellt werden können.

  • Belastungs-EKG: Hierbei werden alle elektrischen Aktivitäten des Herzens während einer körperlichen Belastung aufgezeichnet. Das Elektrokardiogramm kann wertvolle Hinweise zur Sauerstoffversorgung des Herzmuskels geben.
  • Langzeit-EKG: Bei einem Langzeit-EKG wird der Erkrankte über 24 Stunden hinweg mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät verbunden. Die Aufzeichnungen werden später ausgewertet und mit dem Arzt besprochen. Auch das Langzeit-EKG kann wertvolle Hinweise zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels unter alltäglichen Bedingungen geben.
  • Ultraschalluntersuchung des Herzmuskels (Echokardiogramm): Mit Ultraschallwellen können Narben am Herzen sichtbar gemacht werden. Durchblutungsstörungen können bei einer Stressechokardiographie (Echokardiogramm unter Belastung) festgestellt werden.

Koronare Herzkrankheit : Therapie

Nach einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt kommen zwei Formen der Therapie in Frage: eine Therapie mit Medikamenten und operative Methoden, die die Durchblutung des Herzens verbessern soll.

Medikamentöse Therapie

Acetylsalicylsäure, Clopidrogrel, Betablocker, ACE-Hemmer und Statine zur Senkung der Blutfettwerte (Cholesterinwerte) werden eingesetzt, um Angina Pectoris-Anfällen vorzubeugen. Bereits bestehende Beschwerden, beispielsweise Angina Pectoris, können mit Nitroglyzerin gelindert werden. Es wird als Spray oder in Form von Kapseln verordnet.

Operative Therapie

Als operative Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels kommen eine Bypass-Operation und eine Koronar-Angioplastie in Frage. Nach einer Angioplastie wird meist ein Koronarstent eingebracht.

Bei einer Bypass-Operation werden die verengten Herzgefäße künstlich überbrückt. Hierzu verwenden die Ärzte in der Regel körpereigene Gefäße des Betroffenen.

Die Koronar-Angioplastie ist dazu geeignet, kleine Gefäßverengungen aufzuweiten. Hierzu führt der Arzt einen Ballonkatheter, einen sehr dünnen Schlauch aus Kunststoff, durch die Arterie. An der verengten Stelle bläst er den Ballon auf. Dadurch wird die Verengung gedehnt und der Blutstrom wieder möglich.

Ein Koronarstent ist ein medizinisches Implantat in Röhrenform. Ärzte bringen Koronarstents in die Herzkranzgefäße ein, um diese von innen abzustützen. Auf diese Weise wird ein erneuter Verschluss der Blutgefäße verhindert. Neben diesen nur stützenden Stents gibt es auch medikamenten-freisetzende Koronarstents, die Wirkstoffe abgeben, die einen Wiederverschluss der Gefäße zusätzlich verhindern.

Langfristig kann eine Änderung des Lebensstils dabei helfen, das Fortschreiten der Koronaren Herzkrankheit aufzuhalten. Gleichzeitig wird auch einem Herzinfarkt vorgebeugt.

Koronare Herzkrankheit: Verlauf

Erste Anzeichen der Koronaren Herzkrankheit machen sich erst dann bemerkbar, wenn die Ablagerungen in den Arterien die Gefäße um mehr als die Hälfte verengen. Bei erhöhter Anstrengung wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Es kommt zu einem Engegefühl in der Brust - zur Angina Pectoris.

Ist die Koronare Herzkrankheit schon weit fortgeschritten, erhöht sich für Betroffene das Risiko, einen Herzinfarktzu erleiden. Durch die "verkalkten" Arterien kommt es dann zum kompletten Verschluss eines der Herzkranzgefäße oder eines davon abzweigenden Blutgefäßes. Ein Teil des Herzmuskels stirbt daraufhin durch Sauerstoffunterversorgung ab.

Koronare Herzkrankheit: Vorbeugen

Dabei ist es wichtig, bereits bei Kindern und Jugendlichen gesunde Lebensgewohnheiten zu etablieren.

Doch auch Erwachsene, die wegen ihres Rauchverhaltens, ihres zu hohen Blutdrucks oder einer anderen Vorerkrankung zur Risikogruppe zählen, können noch handeln. Folgende Punkte sollten besonders beachtet werden:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • angemessene körperliche Aktivitäten (Mitgliedschaft im Sportverein)
  • der Verzicht auf Zigarettenkonsum
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben ab dem Alter von 35 Jahren im zweijährigen Turnus Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Ziel dieser Untersuchungen ist es, häufig auftretende Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Denn wenn die Koronare Herzkrankheit oder deren Risikofaktoren beizeiten erkannt werden, kann der behandelnde Arzt rechtzeitig weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen. So lassen sich schädliche Folgen für die eigene Gesundheit abwenden oder verringern.

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