In Deutschland leiden 20 Millionen Menschen an Bluthochdruck

Bluthochdruck bei jungen Männern steigt

Studie: 60 Prozent haben keinen optimalen Blutdruck

Der Blutdruck der Deutschen ist im Durchschnitt in den letzten Jahren gesunken – außer bei jungen Männern. Mediziner führen das auf die gestiegene Zahl an krankhaft Übergewichtigen in dieser Altersgruppe zurück. Doch auch für den Rest der Bevölkerung gibt es keine Entwarnung.

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Bei jungen Männern zwischen 18 und 29 Jahren sind die Blutdruck-Werte in den letzten Jahren gestiegen. Grund: Es gibt mehr krankhaft Übergewichtige.
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Der durchschnittliche systolische Blutdruck der deutschen Bevölkerung ist laut einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts innerhalb von zehn Jahren von 129 auf 124 Millimeter Quecksilbersäule gesunken. Die Anzahl der Menschen mit Bluthochruck (Hypertonie) ist jedoch mit rund 20 Millionen etwa gleich geblieben, betroffen ist also jeder dritte Erwachsene. Als hoher Blutdruck gelten Werte über 140 zu 90. Bei Männern zwischen 18 und 29 Jahren stieg der Blutdruck entgegen dem Gesamttrend sogar leicht an.

Die zwischen 2008 und 2011 in ganz Deutschland erhobenen Daten haben Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Robert Koch-Institut in Berlin jetzt mit Zahlen von 1998 verglichen.

Mehr Deutsche lassen ihren hohen Blutdruck behandeln

Das Ergebnis: Immer mehr Menschen wissen über ihren hohen Blutdruck Bescheid. Heute sind es 80 Prozent, 1998 waren es nur knapp 70 Prozent. Dementsprechend mehr lassen sich behandeln. Dadurch stieg die Zahl derjenigen, deren Blutdruck auf Grund einer Behandlung unter den Grenzwert von 140/90 sank auf über die Hälfte aller Hypertoniker, sie haben somit einen kontrollierten Blutdruck. 1998 hatten nur weniger als ein Viertel der Hypertoniker einen kontrollierten Blutdruck.

Bei jungen Männern Zahl der Übergewichtigen gestiegen

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Männer haben von der Pubertät an bis etwa zu einem Alter von 50 bis 60 Jahren generell einen höheren Blutdruck als Frauen, danach holen die Frauen auf. Nach Ansicht der Autorin der Studie, Hannelore Neuhauser, lässt sich der Blutdruckanstieg bei jüngeren Männern durch die etwas gestiegene Zahl an krankhaft Übergewichtigen in dieser Altersgruppe nicht hinreichend erklären. Auch das diese Personengruppe weniger zum Arzt geht, könnte zum höheren Blutdruck beitragen. Um dies aber eindeutig zu klären, sei aber noch Forschung nötig.

Keine Entwarnung: 60 Prozent haben keinen optimalen Blutdruck

Neuhauser kann trotz des gesunkenen Blutdrucks in der Gesamtbevölkerung keine Entwarnung geben. Bluthochdruck sei der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Deutschland. „Was viele nicht wissen: Auch ein Blutdruck unter dem Grenzwert kann schon das Risiko für Herz-Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen“, so die Medizinerin. Daher gelte nur ein Blutdruck unter 120 zu 80 mmHg als optimal. Werte zwischen diesem optimalen Wert und dem Grenzwert würden in der Regel nicht behandelt, seien aber keineswegs harmlos. Neuhauser weiter: „Mit durchschnittlich 124 mmHg ist der Blutdruck der Deutschen nicht optimal. 60 Prozent aller Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren haben demnach einen nicht optimalen Blutdruck und somit ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.“

Niedrigerer Blutdruck = weniger Schlaganfall- und Herz-Kreislauf-Tote

Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zurück zu drängen, müssen die Risikofaktoren für Bluthochdruck verringert werden, darin sind sich Experten einig. Zu den Risiken zählen vor allem Bewegungsmangel, hoher Alkohol- und Salzkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress. Zahlen aus einer bereits 2002 erschienen Studie verdeutlichen, welchen Einfluss der Blutdruck auf das Herz-Kreislauf-Risiko hat: Demnach führen 2 mmHg Blutdrucksenkung in der gesamten Bevölkerung zu zehn Prozent weniger Todesfällen durch Schlaganfall und sieben Prozent weniger Herz-Kreislauf-Toten.

Sieben Risikofaktoren für Bluthochdruck

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2014
Durch: ag
Quellen: Studie der DZHK: "Hypertension prevalence, awareness, treatment and control in Germany 1998 and 2008–11" in Journal of Human Hypertension (2 October 2014)

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