Koronarstent Endeavor™

Gefäß-Implantat hält Adern offen und versorgt sie zusätzlich mit Medikamenten

Der medikamenten-freisetzende Endeavor™ Koronarstent (Drug Eluting Stent, DES) von Medtronic wird zur Behandlung von Personen mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) angewandt.

Dabei wird er im Rahmen einer Angioplastie in die Gefäße eingesetzt. Durch Einsetzen eines Stents sollen verengte Gefäße dauerhaft geweitet werden. Der Endeavor™, der aus einer Kobalt-Legierung besteht, ist gleichzeitig mit einem Medikament beschichtet, das den erneuten Verschluss der Herzkranzgefäße (Restenose) verhindern soll. Im Juli 2005 erhielt er die CE-Zertifizierung für die Vermarktung in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Die Komponenten des Endeavors™

Das Endeavor™-System besteht aus vier Hauptkomponenten:

  • dem Stent,
  • dem Medikament,
  • der Polymerbeschichtung des Stents und
  • dem Applikationssystem.

Der unbeschichtete Koronarstent (Bare Metal Stent) Driver™ von Medtronic besteht aus einer modernen Kobalt-Legierung und bildet die Basis des Endeavor™-Systems. Driver™ ist in Europa zur Behandlung von großen und kleinen Gefäßen zugelassen und hier der meistverkaufte Bare Metal Stent. Aufgrund der Kobalt-Legierung ist der Driver™-Stent stabiler als Edelstahl-Stents. Dies ermöglicht ein Stent-Design mit dünneren Streben. Driver™ ist äußerst dünn und flexibel und lässt sich leicht applizieren, behält jedoch im Gefäß eine feste Struktur und Form.

Bei dem Medikament Zotarolimus (ABT-578), mit dem der Endeavor™ beschichtet ist, handelt es sich um ein Rapamycin-Analogon. Zotarolimus unterbricht die Zellteilung, indem es die Funktion des Proteins mTOR blockiert. Auf diese Weise wird das Wachstum von neuem Gewebe gehemmt und der erneute Verschluss des Gefäßes verhindert.

Der Wirkstoff Zotarolimus wird von einem Phosphorylcholin-Polymer (PC), mit dem der Stent beschichtet ist, direkt an die Arterienwand abgegeben. Die Polymer-Beschichtung ist als PC Technology™ der Biocompatibles LTD bekannt und seit 1997 in Europa im klinischen Einsatz. Endeavor™ wird in Europa mit dem Rapid Exchange Delivery System appliziert.

Die Wirksamkeit des Endeavors™

2008 vorgestellte Daten einer Auswertung von über 8.300 Patientendaten belegen die umfassenden Erkenntnisse zur Unbedenklichkeit und zum Leistungsvermögen des Zotarolimus-freisetzenden Koronarstents Endeavor™ von Medtronic. Diese Daten dokumentieren, dass die Ergebnisse der vorhergehenden klinischen Studien auch in der Praxis Bestand haben.

Von den weltweit 8.314 in das Medtronic E-Five-Register aufgenommenen Betroffenen hatten etwa 70 Prozent komplexe Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, eine große Anzahl von ihnen litt unter akuten Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Akutes Koronarsyndrom) oder einem akuten Herzinfarkt. Weitere Herausforderungen für die Therapie waren erschwerende Begleiterkrankungen wie Diabetes, kleine Gefäße und lange Gefäßveränderungen.

Die so genannte MACE-Rate als primärer Endpunkt des E-Five-Registers kombiniert alle Fälle von Tod, Herztod, Herzinfarkt und Revaskularisierungen der Zielläsion. Trotz der höheren Komplexität der aufgenommenen Fälle lag die MACE-Rate nach einem Jahr nur bei 7,5 Prozent.

Die Unbedenklichkeit des Endeavors™

Um die Unbedenklichkeit des Endeavors™ zu kontrollieren, wurden insgesamt 2.132 Betroffene, teilweise schon seit vier Jahren oder länger, in einer gepoolten Sicherheitsanalyse (E-Safety) verlaufskontrolliert. Die neuesten Daten zeigten dabei deutlich durch das Ausbleiben später lebensbedrohlicher Komplikationen, dass der medikamenten-freisetzende Stent Endeavor™ auch langfristig unbedenklich ist.

So litten nach vier Jahren nur 0,7 Prozent der Betroffenen unter Blutgerinnseln aufgrund des Stents (Stent-Thrombosierung), 2,7 Prozent erlitten einen Herzinfarkt und 1,8 Prozent erlagen einem Herztod.

Die Weiterentwicklung des Endeavors™

Als Ergänzung zum Endeavor™ forscht Medtronic zurzeit an einer Weiterentwicklung, dem Endeavor Resolute™. Dieser soll das Behandlungsspektrum der medikamenten-freisetzenden Koronarstents bei komplexen Gefäßveränderungen und Risikopatienten wie beispielsweise Diabetikern erweitern. Grundlage dabei ist die Fähigkeit des neuen Stents, sein Einwachsen in die Gefäßwand über einen weit längeren Zeitraum zu kontrollieren, als es beim Endeavor™ der Fall war.

Bei der Beschichtung des Endeavor Resolute™ handelt es sich um die von Medtronic selbst entwickelte Kunststoffbeschichtung Biolinx, die es erstmals erlaubt, exakt zu steuern, wie lange das Medikament abgegeben werden soll. Damit übersteigt der Endeavor Resolute™ die normalen Fähigkeit eines medikamenten-freisetzenden Koronarstents und kann schon als eine Art Mini-Medikamentenpumpe bezeichnet werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2013
Quellen: Produktinformationen der Medtronic GmbH, Düsseldorf Pressemitteilung des Medtronic GmbH, Düsseldorf: Internationales Endeavor-Register bestätigt Sicherheit und Leistungsvermögen des medikamentenfreisetzenden Stents von Medtronic (19.05.2008)

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