Angioplastie (Ballondilatation, PTA)

Stents halten wichtige Gefäße offen und verhindern den akuten Verschluss

Die Angioplastie ist ein Behandlungsverfahren, um Gefäßverengungen aufzuweiten, die durch Arteriosklerose entstanden sind. Das Verfahren wird medizinisch auch perkutane transluminale Angioplastie (PTA) genannt und ist häufig unter dem Begriff „Ballondilatation“ bekannt.

Angioplastie (Ballondilatation, PTA) (Ballon, Blutfluss)
Ein Drahtröhrchen kann den gestörten Blutfluss wieder ermöglichen
Getty Images/iStockphoto

Bei der Angioplastie wird das verengte Gefäß mit einem kleinen Ballon geweitet und anschließend häufig ein Drahtröhrchen (Stent) in die Arterie eingeführt. Dieses soll das Gefäß dauerhaft offen halten und so den gestörten Blutfluss wieder ermöglichen. Eine Angioplastie kann zusammen mit einer Angiographie durchgeführt werden.

Ablauf einer Angioplastie

Die Angioplastie wird nur selten als Operation mit einem direkten Gefäßzugang durchgeführt. Meist geschieht der Eingriff nicht operativ und der Betroffene bleibt während des Eingriffs bei Bewusstsein. Der behandelnde Arzt sticht bei der Angioplastie eine Nadel durch die Haut in eine der großen Arterien. Daraufhin führt er einen Führungsdraht in das Gefäß ein und schiebt ihn bis in den verengten Bereich weiter. Im Anschluss führt der Arzt einen Katheter, an dem ein kleiner Ballon befestigt ist, über den Draht in den Bereich der Engstelle (Stenose). Dort wird der Ballon aufgeblasen, er glättet die Gefäßinnenseite und dehnt die Arterie gleichzeitig auf.

Bei einer Koronar-Angioplastie wird der geschilderte Eingriff an den Herzkranzarterien durchgeführt. Zusätzlich wird oft ein Koronar-Stent eingebracht. Hierbei handelt es sich um ein zusammengefaltetes kleines Drahtrohr, das sich an der Engstelle entfaltet und die Arterie daran hindert, sich wieder zu verschließen.

Um den Eingriff kontrollieren zu können, wird dieser nach Gabe von Kontrastmittel auf einem Röntgenmonitor beobachtet.

Wann wird eine Ballondilatation durchgeführt?

Die Angioplastie kommt zum Einsatz, wenn eine oder mehrere Arterien durch arteriosklerotische Veränderungen verengt sind. Sie soll den kompletten Verschluss eines Gefäßes und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken und Folgeschäden – wie beispielsweise einen Herzinfarkt – verhindern. So wird die Angioplastie beispielsweise bei einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) eingesetzt. Das Verfahren wird aber auch bei Verengungen der Becken-, Bein-, Nieren- und Darmarterien durchgeführt.

Komplikationen und Risiken der Ballondilatation

Während der Behandlung wird beim Aufblasen des Ballons der Blutfluss unterbrochen. Bei manchen Erkrankten sind Schmerzen und Herzrhythmusstörungen  die Folge. Zu Komplikationen kommt es, wenn Blutgefäße verletzt werden und dies zu Blutungen oder Blutgerinnseln (Thrombosen) führt.

Wie erfolgreich ist das Behandlungsverfahren?

Die Erfolgsquote der Gefäßaufdehnung liegt bei etwa 80 bis 90 Prozent und ist mit der einer Bypass-Operation gleichzusetzen. Bei etwa 25 von hundert Personen verschließt sich die Arterie nach wenigen Wochen oder Monaten erneut. Dann wird eine weitere Angioplastie notwendig.

Gibt es Alternativen zur Angioplastie?

Neben einer Koronar-Angioplastie kann als operativer Eingriff auch eine Bypass-Operation durchgeführt werden.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. September 2013
Durch: Andreas Gill / Lifeline
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006

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