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Verbessertes Therapieverfahren

4-Elektroden-Defibrillator hilft Patienten mit schwerer Herzschwäche

Das neu Stimulationssystem hält das Herz nicht nur im Takt, sondern stärkt es auch

Meist werden implantierbare Defibrillatoren eingesetzt, um das Herz im richtigen Rhytmus zu halten. Der 4-Elektroden-Defibrillator, der jetzt bundesweit erstmals einem Patienten am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eingesetzt wurde, kann mehr: Er stärkt die Pumpfunktion des Herzens.

4-Elektroden-Defibrillator hilft Patienten mit schwerer Herzschwäche
Kardiologe Hendrik Bonnemeier während der OP. Er setzte erstmals in Deutschland einen 4-Elektroden-Defibrillator ein.
© Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Während ein einfaches implantierbares Defibrillationssystem mit einer oder zwei Elektroden ein gefährlich schnell schlagendes Herz wieder in den richtigen Rhytmus bringt, gab es bislang schon die Möglichkeit, Patienten mit Herzschwäche einen Defibrillator mit drei Elektroden einzusetzen. Das auch als "Kardiale Resynchronisationstherapie“ bezeichnete Verfahren verbessert die Herzleistung, in dem es dafür sorgt, dass sich die linke Herzkammer synchron, das heißt an allen Wandabschnitten gleichzeitig zusammenzieht, wenn dies ansonsten nicht mehr der Fall ist. Dadurch verbessert sich die Herzleistung  bei den meisten Patienten, und die Symptome der Herzschwäche werden gemildert.

4-Elektroden-Defibrillator unter örtlicher Betäubung eingesetzt

Diese Technik wurde mit dem 4-Elektroden-Defibrillator, den der Kardiologe Hendrik Bonnemeier vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein mit seinem Team erstmals in Deutschland einem Patienten eingesetzt hat, weiter verbessert. Das von der Klinik als "äußerst innovatives Herzstärkungssystem" bezeichnete Verfahren schützt laut Klinikangaben vor einem plötzlichen Herztod und unterstützt und stärkt die Herzleistung mit jedem Herzschlag. Die Implantation des Geräts dauert nur 45 Minuten und erfolgt unter örtlicher Betäubung; der Patient ist während des gesamten Eingriffs ansprechbar.

Einfache Defibrillatorsysteme stärken die Pumpfunktion nicht

Der erfahrene Kardiologe Bonnemeier ist überzeugt von dem neuen Verfahren. „Vielen Patienten mit einer Herzschwäche wird häufig ein einfaches Defibrillatorsystem mit einer oder zwei Elektroden implantiert", sagt er. „Ich bevorzuge allerdings Systeme, welche nicht nur als Airbag bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungenfungieren, sondern mit jedem Herzschlag aktiv die Pumpfunktion des Herzens verbessern."

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