Geschwollene, schmerzende Beine

Tipps gegen Wassereinlagerungen und geschwollene Beine (Ödeme)

Viele Frauen leiden im Sommer unter geschwollenen, schmerzenden Beinen – besonders diejenigen, die im Beruf viel stehen oder sitzen. Ihre Beschwerden an den Venen sind kein rein optisches Problem: Krampfadern, Venenentzündungen und Thrombose können die Folge sein. Doch diesen Komplikationen lässt sich mit einfachen Maßnahmen vorbeugen.

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Rot, dick geschwollen, geädert und mit sichtbaren Venen-Schlangen auf der Oberfläche: Wasser in den Beinen (Ödem) ist äußerst schmerzvoll.
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Das Bindegewebe mancher Frau ist zu schwach, um den Venen Halt zu geben. Die Gefäße müssen sich darum stärker anspannen, um das Blut aus den Beinen gegen die Schwerkraft zum Herzen zu transportieren. Im Sommer wird diese Arbeit erschwert, weil die Hitze eine Weitstellung der Venen bewirkt. Bei vielen Frauen bleibt die Gefäßerweiterung zwar schwach aber dauerhaft ausgeprägt. Die Beine sind dann schwer und geschwollen, schmerzen beim Gehen und Stehen. Über Jahre hinweg entstehen infolge auf der Haut fächerförmige Blutgefäße, die so genannten Besenreiser, oder nicht selten auch Krampfadern.

Jeder Dritte bekommt im Laufe seines Lebens Krampfadern, Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer. Der Arzt kann Besenreiser und Krampfadern mit Ultraschall sowie Röntgenaufnahmen untersuchen und feststellen, ob es sich um eine oberflächliche oder eine tiefer gelegene Venenerweiterung handelt.

Gefahr durch Krampfadern und Besenreiser

Besenreiser sind eine Art Umweg, den sich das Blut sucht, wenn es in den Venen nicht mehr zügig genug transportiert wird. Schön sehen Besenreiser zwar nicht aus, doch gefährlich sind sie nicht. Krampfadern hingegen, die knotigen Ausbuchtungen der venösen Blutgefäße, können sich entzünden und erhöhen das Risiko von Blutgerinnseln. Ein Beinvenenverschluss, Thrombose genannt, ist schmerzhaft und gefährlich, da sich das Gerinnsel lösen und lebenswichtige Gefäße in der Lunge, am Herz oder im Gehirn verstopfen und somit zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Lungenembolie führen kann.

Auch wenn die tieferen Gefäße betroffen sind, wird es gefährlich: Der Blutabfluss kann behindert und die Venenklappen zerstört werden. Die Folge können Venenentzündungen sein, im schlimmsten Fall droht auch hier wieder eine Thrombose. Der Haupt-Risikofaktor für Krampfadern ist ein schwaches Bindegewebe. Eine Bindegewebsschwäche wird fast immer vererbt. Belastungen durch langes Stehen, Übergewicht und Schwangerschaft verschlimmern die Beschwerden.

Wasser in den Beinen: So entsteht ein Ödem

Ursachen für Wassereinlagerungen und geschwollene Beine (Ödeme)

Ödeme sind das Resultat eines Teufelskreises, besonders im Sommer: Damit unser Körper nicht überhitzt, erweitert er den Durchmesser der Venen. Die vergrößerte Oberfläche lässt mehr Körperwärme entweichen. Im Bereich der Beine führt dies aber dazu, dass das Blut in den unteren Gliedmaßen versackt. Dadurch erniedrigt sich der Blutdruck und es kommt zu Kreislaufproblemen. Das nun in die Füße gesunkene Blut kann so schlechter zurück zum Herzen gepumpt werden. Der Druck in den Gefäßen steigt und die Gefäßwände werden durchlässig. Wasser tritt aus der Blutbahn in die Zwischenräume der umgebenden Gewebe, also meist Haut und Muskeln. Dies führt zu ersten leichten Schmerzen und zur Schwellung.

Der Körper registriert den relativen Wasserverlust, da der Blutdruck sinkt und das Blut selbst eindickt. Deshalb erhalten die Nieren das Signal mehr Wasser zurückzubehalten und die Ausscheidung zu drosseln. So gelangt mehr Flüssigkeit in die Blutbahn, wodurch sich der Druck in den Beinen erhöht und noch mehr Wasser durch die Gefäßwand gepresst wird. Auch diesen Wasserverlust bemerkt der Körper und verstärkt seine Wassersparmaßnahmen. Am Ende scheidet die Niere zu wenige Giftstoffe aus und die Wassereinlagerungen nehmen immer weiter zu.

Tipps gegen geschwollene Beine

Dem Arzt bleibt bei massiven Wassereinlagerungen nur eine medikamentöse Lösung. Bei den sogenannten Diuretika handelt es sich um verschiedene Wirkstoffe, die alle die Wasserausscheidung fördern. Sie wirken meist auf den Salzhaushalt im Körper und beeinflussen die Funktion der Niere stark harntreibend. Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Sie geschwollenen Beinen vorbeugen können und den Körper bei Ödemen entwässern:

  • Gerade im Sommer sollten Sie lange Sitz- und Stehphasen vermeiden, möglichst zwischendurch herumlaufen und die Beine bewegen. Während der Arbeit ist dies nicht immer leicht einzurichten, aber vielleicht gibt es Gelegenheit, in der Mittagspause eine kurze Runde um den Block zu drehen.

  • Legen Sie die Beine hoch! Das entlastet die Venen und fördert den Rückfluss des venösen Blutes und der Wasseransammlungen (Ödeme) im Interstizium, wie Mediziner den Bereich zwischen den einzelnen Zellen nennen.

  • Tragen Sie bequeme, flache Schuhe. High Heels sind Gift für geschwollene Beine.

  • Von Saunabesuchen und heißen Bädern ist abzuraten, denn sie weiten die Venen. Wohltuend sind hingegen Wechselduschen und kaltes Abwaschen. Der pflanzliche Wirkstoff der Rosskastanie wirkt gegen Schwellungen und Entzündungen. Er ist in vielen Salben und Cremes enthalten, die man in der Apotheke kaufen kann.

  • Wer sich ausgewogen ernährt, tut seinen strapazierten Beinen Gutes. Vollwertkost sowie viel Obst und Gemüse sollten auf dem Einkaufszettel stehen, denn sie fördern die Entwässerung. Auch spezielle Tees sind hartreibend und tragen zum Abbau der Ödeme bei. Salzarme Kost verhindert zusätzlich Wassereinlagerungen, achten Sie aber darauf über den Schweiß verlorene Mineralstoffe wieder zuzuführen.

  • Die beste Therapie für müde Beine ist Bewegung. Schwimmen, Radfahren, Joggen und Walken oder moderates Muskeltraining der Beine sind ideal: Das Training erhöht die Spannkraft der Muskeln (Muskeltonus), was in Folge das eingelagerte Wasser aus den geschwollenen Beinen presst.

  • Wer viel liegen oder stehen muss, kann Kompressionstrümpfe tragen. Sie erhöhen den Druck auf das Bein von außen und verhindern, dass Blut und Wasser durch die Schwerkraft in die Beine absacken und sie anschwellen lassen.

Tipps gegen und bei Wassereinalgerungen

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Letzte Aktualisierung: 21. August 2016

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