Häufige Fehler vermeiden

Blutdruck messen: Nüchtern, entspannt und aufrecht

Unser Blutdruck ist ein wichtiger Indikator unserer Gesundheit. Daher sollten wir stets ein Auge darauf haben und ihn hin und wieder bestimmen. Mit entsprechenden Messgeräten können wir das zwar bequem von zu Hause aus machen – allerdings sollten wir diese Fehlerquellen vermeiden.

Mann misst seinen Blutdruck
Am besten morgens direkt nach dem Aufstehen sollte der Blutdruck gemessen werden.
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Um unsere Blutdruckwerte zu erhalten, stehen uns verschiedene Möglichkeiten offen: Wir können zu Ärzten oder Apothekern gehen und sie dort bestimmen lassen. Oder wir kaufen uns ein eigenes Gerät für zu Hause, zum Beispiel einen elektrischen Oberarm- oder Handgelenkblutdruckmesser.

Vorbereitungen: Das ist wichtig, bevor Sie Ihren Blutdruck messen

Bevor Sie Ihr Gerät regelmäßig verwenden, sollten Sie aber zu einem Arzt oder in die Apotheke gehen und dort Ihren Blutdruck bestimmen lassen. Ihr Messwert zu Hause sollte dann maximal um den Wert zehn abweichen: Statt dem vom Arzt oder Apotheker gemessenen systolischen Druck von beispielsweise 130 sind also maximal 140 oder 120 tolerierbar. Ein größerer Abstand könnte Folge eines defekten Geräts, einer fehlerhaften Bedienung des Geräts oder unkorrekter Messung (Arzt oder Apotheker beziehungsweise Patient) sein.

Nur wenige Schritte: Blutdruck messen leicht gemacht

Wenn Sie Ihren Blutdruck selbstständig messen, sollten Sie stets zur gleichen Tageszeit messen. Am besten direkt morgens kurz nach dem Aufstehen und auf leeren Magen (auch keine Zigarette!). Denn so wird der Wert weder durch Lebensmittel, Wetter, körperliche Anstrengung, Aufregung oder andere Faktoren beeinflusst. Der Wert ist morgens und abends meist auch höher als tagsüber. Wer nicht in der Früh messen kann oder will, sollte nach dem Essen mindestens eine halbe Stunde warten, bevor er seinen Blutdruck misst. Patienten, die an Bluthochdruck leiden, sollten die Werte VOR der Medikamenteneinnahme bestimmen und abends ein zweites Mal messen.

Wie wird gemessen?

Entspannen Sie sich beim Blutdruck messen. Nehmen Sie sich davor mindestens fünf Minuten Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Setzen Sie sich dann aufrecht hin, lehnen Sie – wenn möglich – den Rücken an und stellen Sie Ihre Beine nebeneinander. Bei überschlagenen Beinen ist die Muskulatur angespannt und erhöht dadurch den Blutdruck.

So messen Sie den Puls richtig

Zwischen der Manschette und Ihrer Haut darf sich kein Stoff befinden. Ziehen Sie sich daher etwas Kurzärmeliges an oder krempeln Sie die Ärmel hoch. Zwar sollte die Manschette (rutsch-) fest um Oberarm oder Handgelenk liegen, allerdings darf sie nicht zu fest zugezurrt werden. Besonders wichtig ist auch, dass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet: Legen Sie das Oberarm-Messgerät kurz über dem Ellbogen an, sodass es auf gleicher Höhe wie Ihre Brust ist. Wenn Sie am Handgelenk messen, sollten Sie Ihren Arm auf einen etwas höheren Tisch oder Ähnlichem ablegen, um die Manschette auf Herzhöhe zu bringen. Legen Sie das Messgerät außerdem so an, dass es sich auf der Handinnenseite befindet. Jetzt nur noch auf den Start-Knopf drücken und abwarten.

Welche Werte zeigt das Blutdruckmessgerät an?

Nach der Messung erscheinen auf dem Display mehrere Zahlen (je nachdem, welches Gerät Sie haben). Der oberste Wert – abgekürzt mit "SYS" – gibt den systolischen Blutdruck an. Dabei spannt sich das Herz an, zieht sich zusammen und wirft das Blut von der linken Herzkammer in die Hauptschlagader aus – die Systole ist also der höchste erreichbare Druck in den Blutgefäßen. "DYS" bildet dagegen den diastolischen Druck ab und bezeichnet die Phase direkt nach dem Auswurf: Die Herzkammer entspannt sich und wird wieder mit sauerstoffreichem Blut aus der Lunge gefüllt. Da in dieser Zeit kein Blut in die Aorta gepumpt wird, zeigt die Diastole den niedrigst-möglichen Druck an. Auf den meisten Geräten befindet sich noch ein dritter Wert, "PULSE". Diese Zahl gibt den aktuellen Puls an.

Welche Blutdruckwerte sind optimal?

Der ideale Blutdruck liegt bei 120 zu 80 Millimeter an der Quecksilbersäule. Daneben gibt es noch weitere Gruppen, eingeteilt nach ihren unterschiedlichen Blutdruckwerten. Diese ist von der WHO festgelegt:

Blutdruck Systole Diastole
Hypotonie < 105 < 60
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 90
hoch-normal 130 bis 139 85 bis 89
Hypertonie Grad 1 140 bis 159 90 bis 99
Hypertonie Grad 2 160 bis 179 100 bis 109
Hypertonie Grad 3 > 180 > 110

Wer häufig erhöhte Blutdruckwerte feststellt, sollte diese möglichst von seinem Arzt abklären lassen.

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Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2017

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