Sehstörungen kündigen Schlaganfall an

Bei vorübergehender Erblindung sofort reagieren

Eine plötzlich auftretende Sehstörung oder Erblindung ist ein Alarmzeichen für einen drohenden Schlaganfall und muss sofort ärztlich abgeklärt werden. So erkennen Sie Ihr Risiko:

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Plötzliche Doppelbilder oder verschwommenes Sehen sind Warnzeichen für einen Schlaganfall.
© sp4764/Fotolia

"Ich dachte zunächst, es liegt an meiner Brille," erinnert sich Herbert Grammel aus Bad Wiessee an die Tage vor seinem Schlaganfall. Der 68-Jährige erlitt im Herbst 2013 den Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn, weil sich ein Blutgerinnsel aus dem Herzvorhof gelöst hatte. Wenige Tage zuvor hatte sich der Apoplex angekündigt, nur wusste Herbert Grammel die Symptome nicht zu deuten: "Ich habe immer wieder alles verschwommen gesehen, auch einmal doppelt. Als ich auf einem Auge dann gar nichts mehr gesehen habe, bin ich einfach schlafen gegangen und dachte mir, ich muss mal wieder zum Augenarzt."

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Wie sich ein Schlaganfall ankündigt

Ein Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, der hängende Mundwinkel oder Sprachstörungen erkennen besonders mit Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen vorbelastete Patienten selbst als typische Schlaganfallzeichen. Doch schon lange vor dem akuten Gefäßverschluss (Apoplex) können diese Symptome auftreten und deuten auf eine verengte Halsschlagader (Karotisstenose) hin. "Dies sind die Vorboten eines Schlaganfalls," erläutert Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld. Da die Beschwerden meist binnen 24 Stunden wieder abklingen, werden diese wichtigen Warnzeichen des Körpers noch zu oft übersehen oder einfach ignoriert. Diese vorübergehenden Symptome bezeichnen Ärzte als transitorische ischämische Attacke (TIA).

Karotisstenose - hab ich das?

Ob die Halsschlagader verengt ist, lässt sich oftmals schon vom Hausarzt mit dem Stethoskop ermitteln, ein Ultraschall (Carotiden-Doppler) gibt schnell und schmerzfrei zusätzliche Sicherheit. Dazu wird Blutfluss in der Halsschlagader (Arteria Carotis) "abgehört". Ist die Halsschlagader durch Ablagerungen verengt, entsteht ein im Ultraschall nachweisbares Rauschen. Bei einer höhergradigen Verengung ist dieses Strömungsgeräusch schon mit einem einfachen Stethoskop zu hören.

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Ursache dafür, dass das Blut nicht mehr so viel Platz zum Durchfließen hat, sind meist Ablagerungen an den Innenwänden der Ader. Von diesen sogenannten Plaques können sich kleine Stücke lösen, mit dem Blutstrom das Gehirn erreichen, dort Gefäße blockieren und zu Ausfällen etwa bei der Sprache oder dem Sehvermögen führen, erläutert Beil. Insbesondere in den ersten Tagen nach einer solchen TIA bestehe das Risiko, dass es zu einem richtigen Schlaganfall mit dauerhaften Schäden kommt.

Ist die Halsschlagader nur noch zu weniger als 30 Prozent durchlässig, empfehlen Experten in der Regel eine operative Behandlung. Das gilt vor allem, wenn die Durchblutung des Gehirns schon beeinträchtigt war. Entweder entfernen Ärzte dann die Plaques oder setzen eine Stütze (Stent) ein, die das Gefäß permanent offen halten soll. Patienten sollten sich danach regelmäßig untersuchen lassen, weil der Gefäßverschluss immer weiter fortschreitet. Eine verengte Halsschlagader haben vor allem ältere Menschen.

Ihr persönliches Schlaganfall-Risiko können Sie mit diesem Selbsttest ermitteln:

Frage 1 von 9
Haben Sie einen Body-Mass-Index von über 25?

Risikofaktor Übergewicht: Zu viele Pfunde begünstigen das Entstehen von Gefäßkrankheiten und Schlaganfällen sowie einer Reihe weiterer Erkrankungen.