Medikamente bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Wirkstoffe senken den Blutdruck und entlasten das Herz

Zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen setzen Ärzte unterschiedliche Medikamente ein. Diese Arzneimittel können meist nur bestimmte Symptome lindern, da es für Beschwerden oft viele Ursachen gibt, die nicht in jedem Fall bekannt sind oder ergründet werden können.

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Medikamente sollen den Bluthochdruck senken.
Getty Images/Hemera

Durch die Einnahme von Medikamenten lässt sich verhindern, dass es beispielsweise bei Personen mit Bluthochdruck zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind:

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzymhemmer) werden eingesetzt, um einen erhöhten Blutdruck zu senken und eine Herzmuskelschwäche zu behandeln. Die Wirkstoffe hemmen die Umwandlung des Hormons Angiotensin I durch das AC-Enzym zum blutdrucksteigernden Hormon Angiotensin II.

Bei der Einnahme von ACE-Hemmern können als Nebenwirkungen Reizhusten, Geschmacksstörungen, Magen-Darm-Störungen oder allergische Reaktionen wie Ausschlag und Fieber auftreten.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure wird gegen Fieber und Schmerzen angewendet, hemmt aber auch die Blutgerinnung. Es wird vorbeugend bei Personen eingesetzt, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko aufweisen. Nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure kann es zu Asthmaanfällen oder Magenblutungen kommen.

Aldosteronrezeptor-Antagonisten

Eine schwere Herzinsuffizienz und Bluthochdruck können mit Aldosteronrezeptor-Antagonisten behandelt werden. Diese werden zusätzlich bei einer Therapie mit Digitalis, Diuretika, ACE-Hemmern und Betablockern eingesetzt. Aldosteron-Antagonisten wirken wie milde Diuretika harntreibend. Sie verhindern die Wirkung des Hormons Aldosteron, das den Wasser- und Salzhaushalt im Körper reguliert.

Als Nebenwirkungen können schmerzende Vergrößerungen beider Brustdrüsen (Gynäkomastie) oder ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie) auftreten. Letzterer kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Alprostadil

Alprostadil wird gegen schwere bis sehr schwere Formen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Der Wirkstoff steigert die Durchblutung und weitet die Gefäße. Alprostadil wird in die Arterie eingespritzt. Als Nebenwirkung kann es zu Schmerzen, Hautrötungen und Wassereinlagerungen an der Einstichstelle kommen.

Betarezeptorenblocker

Ein erhöhter Blutdruck und bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen werden durch die Einnahme von Betarezeptorenblockern (kurz: Betablocker) behandelt. Daneben kommen sie auch vorbeugend gegen Engegefühle in der Brust (Angina pectoris) zum Einsatz. Betarezeptorenblocke senken den Blutdruck, die Herzfrequenz und die Schlagkraft des Herzens. Das Herz benötigt daraufhin weniger Sauerstoff und Beschwerden der Angina Pectoris werden abgemildert.

Durch die Einnahme von Betablockern kann der Blutdruck so stark gesenkt werden, dass Schwindelanfälle möglich sind. Als weitere Nebenwirkungen sind ein Anstieg des Zucker- und des Fettspiegels im Blut und eine Verschlechterung der Atemfunktion bei Personen mit Lungenerkrankungen bekannt.

Calziumantagonisten

Calziumantagonisten weiten die Blutgefäße, sie reduzieren die Schlagkraft und den Blutverbrauch des Herzens. Dadurch werden Beschwerden der Angina pectoris verringert. Weil Calziumantagonisten auch das Reizleitungssystem des Herzens verlangsamen, lassen sich mit ihrer Hilfe auch bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen behandeln. Nebenwirkungen sind Rötungen im Gesicht, ein Hitzegefühl, Verstopfung und Kopfschmerzen.

Digitalis (Fingerhut)

Digitalispräparate werden aus der giftigen Heilpflanze Fingerhut gewonnen. Sie befähigen das Herz dazu, mehr Blut in den Körper zu pumpen. Daneben werden sie zur Therapie von Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei Vorhofflimmern und -flattern, eingesetzt. Digitalispräparate müssen sehr genau dosiert werden, da bereits geringe Überdosierungen zu Vergiftungserscheinungen führen. Andere, harmlosere Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen.

Diuretika

Diuretika sind harntreibende Medikamente, das heißt sie fördern die Ausscheidung von Wasser. Sie werden bei Bluthochdruck, Herzschwäche und zur Ausschwemmung von Wasseransammlungen (Ödemen) eingesetzt.

Durch die Wirkweise der Diuretika kann sich das Blut verdicken und es besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Diuretika verursachen Störungen im Elektrolythaushalt, da mit dem Wasser auch Natrium und Kalium ausgeschwemmt werden.

Fettsenkende Medikamente

Fettsenkende Medikamente wie Fibrate und HMG-CoA-Reduktase-Hemmer werden dann eingesetzt, wenn die Blutwerte von Cholesterin und der Triglyzeride zu hoch sind, obwohl sie bereits behandelt wurden. Fibrate aktivieren Enzyme, welche im Körper Fette abbauen und die Fettsäureproduktion hemmen. HMG-CoA-Reduktase-Hemmer senken den Cholesterinspiegel.

Nitrate und Molsidomin

Nitrate und Molsidomin werden überwiegend bei der Behandlung der Angina Pectoris eingesetzt. Sie weiten die Venen und verringern den Druck, sodass sich ein überbeanspruchtes Herz wieder erholt. Da das Herz weniger Leistung erbringen muss, verbessert sich die Sauerstoffversorgung und das Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) lässt nach. Als negative Begleiterscheinung treten nach der Einnahme von Nitraten und Molsidomin manchmal starke Kopfschmerzen ein.

Weißdorn (Crataegus oxyacantha)

Extrakte aus Blüten, Blättern und Früchten des Weißdorns können funktionelle Herzbeschwerden lindern und werden auch zur Behandlung leichter Formen der Herzinsuffizienz eingesetzt. Die Inhaltsstoffe des Weißdorns weiten die Herzkranzgefäße und fördern so die Durchblutung des Herzens. Daneben verringern sie Bluthochdruck und verbessern neben der körperlichen auch die geistige Leistungsfähigkeit. Die Wirkung des Weißdorns setzt nicht sofort ein, sondern entfaltet sich erst nach längerer, regelmäßiger Einnahme.

Fettsenkende Medikamente

Fettsenkende Medikamente wie Fibrate und HMG-CoA-Reduktase-Hemmer werden dann eingesetzt, wenn die Blutwerte von Cholesterin und der Triglyzeride zu hoch sind, obwohl sie bereits behandelt wurden. Fibrate aktivieren Enzyme, welche im Körper Fette abbauen und die Fettsäureproduktion hemmen. HMG-CoA-Reduktase-Hemmer senken den Cholesterinspiegel.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. August 2013
Durch: Andreas Gill / Lifeline
Quellen: de Gruyter, W. (Hrsg.): Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 261. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006 Schneider, D. (Hrsg.) und Richling, F.: Checkliste Arzneimittel A-Z. Thieme, Stuttgart 2006 Online-Informationen des Klinikum der Universität zu Köln: www.medizin.uni-koeln.de (Stand: März 2008)

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