Die Implantation
Das Einsetzen (Implantation) eines Herzschrittmachers wird heute als ein kleiner chirurgischer Eingriff angesehen, der meist unter Sedierung (Beruhigungsmittel) und örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Eine Ausnahme bilden hier die implantierbaren Defibrillatoren.
Das Aggregat des Schrittmachersystems wird auf der Brust, kurz unter dem Schlüsselbein, unter der Haut eingesetzt. Hierfür wird ein etwa 5-10 cm langer Schnitt gemacht und eine "Tasche" geformt, die das Aggregat aufnimmt.
Das oder die zugehörigen Elektrodenkabel (abhängig vom
Schrittmacher-Typ)
werden in eine Vene in der Nähe der Tasche eingeführt und
von da aus durch die großen Venen geschoben, die zum Herzen
führen. Dabei wird unter Röntgensicht die Position der
Elektroden sowie die Herzstruktur überprüft, um
sicherzustellen, dass die Elektroden an die gewünschte Stelle
gelegt werden.
Mit einem anschließenden Test der Elektroden wird
festgestellt, ob sie die vorhandene elektrische Aktivität des
Herzens zufriedenstellend messen (so genanntes intrakardiales
Potenzial) und wie wenig Energie ausreicht, um den Muskel zu
aktivieren (so genannte Reizschwelle).
Die Elektroden werden mit dem Aggregat fest verbunden und dieses dann mit einer Naht auf dem darunterliegenden Muskelgewebe befestigt, schließlich wird die Wunde geschlossen. Insgesamt dauert eine solche Schrittmacher-Operation normalerweise 30 bis 60 Minuten.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Aufgrund der örtlichen Betäubung ist der Eingriff
normalerweise nicht schmerzhaft, es kann jedoch zu unangenehmen
Empfindungen kommen, die im Implantationsbereich noch ein bis zwei
Wochen nach der Operation anhalten können. Dagegen helfen
handelsübliche Schmerzmittel, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben
kann.
Ganz selten kommt es zu Komplikationen
bei der Implantation.
Manche Schrittmacherpatienten behalten dauerhaft ein
Fremdkörpergefühl. Allerdings kommt das sehr selten vor,
ist meist nur geringfügig und kann ebenfalls mit
Schmerzmitteln behandelt werden.
Die meisten Patienten können bereits am selben Tag wieder
aufstehen, sollten jedoch in den ersten Tagen nach dem Eingriff auf
jeden Fall die Verhaltenstipps des Arztes befolgen.
Kann man den Schrittmacher von außen
erkennen?
Die Narbe bleibt sichtbar, das Schrittmacher-Aggregat kann bei eher
schlanken Menschen erkennbar sein, bei Menschen mit mehr Fettgewebe
sieht man es im Allgemeinen fast gar nicht.
Wichtig: Herzschrittmacherausweis
Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus erhält der Patient
einen Herzschrittmacherausweis, der wichtige Angaben über Art
und Funktion des Herzschrittmachers enthält. Auch können
Nachuntersuchungstermine dort eingetragen werden. Diesen Ausweis
sollten Träger von Herzschrittmachern stets bei sich
haben.
Mögliche Komplikationen
Auch bei dem kleineren chirurgischen Eingriff einer Herzschrittmacher-Implantation kann es zu Komplikationen kommen, die jedoch selten sind.
Allgemeine Komplikationen, wie sie bei jeder Operation auftreten können, sind
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Infektionen. In einem solchen Fall ist die völlige Entfernung des gesamten Systems erforderlich.
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Blutungen. Sie treten in gewissem Umfang bei jeder Operation auf, sind bei der Implantation eines Herzschrittmacher-Systems jedoch in der Regel nur minimal. Dennoch gibt es das sehr geringe Risiko einer schweren Blutung, die eine Blutübertragung nötig macht. Eine eventuelle Blutung nach der Operation führt zu einem Hämatom, einer Blutansammlung außerhalb der Gefäße in den Weichteilen, die sich durch eine Schwellung bemerkbar macht.
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Thrombosen (Blutgerinnsel in einer Vene)
Spezielle Komplikationen beim Einsetzen des Herzschrittmachers:
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Häufig wird der Zugang zu einer Vene durch eine Nadel hergestellt, die unter das Schlüsselbein geschoben wird. Hierbei kann es zu einer Verletzung des Rippenfells mit anschließendem Lungenkollaps kommen. In einem solchen Fall muss für mehrere Tage ein Drainageschlauch in den Brustkorb gelegt werden, bis die Verletzung zugeheilt ist. Denkbar, jedoch höchst selten ist auch, dass die Lunge in einer Operation untersucht und die Verletzung geschlossen werden muss.
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Manchmal kann der Schrittmacher aus verschiedenen Gründen auf einer Seite des Brustkorbs nicht implantiert werden, in ganz seltenen Fällen sind beide Seiten ungeeignet.
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Sonden-Dislokation. Hier unterscheidet man zwischen der Makro-Dislokation, bei der die Sonde (das Elektrodenende) sich völlig von dem Ort, an dem es platziert wurde, löst und wegrutscht. Diese Makro-Dislokation ist auf dem Röntgenbild erkennbar. Bei der Mikro-Dislokation verschiebt sich die Elektrode nur um Bruchteile eines Millimeters, dies kann jedoch zu erheblichen Veränderungen in der elektrischen Reizleitung führen, so dass es zu Funktionsstörungen kommt, obwohl auf dem Röntgenbild kein Problem erkennbar ist.
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Todesfälle nach Herzschrittmacher-Implantationen sind möglich, kommen in der Realität aber extrem selten vor.
Leben mit einem Herzschrittmacher
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Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 11.12.2008


