Gefäßerkrankungen, allgemein

Erkrankungen der Venen und Arterien verlaufen oft chronisch

Gefaesserkrankungen
Regelmäßige Bewegung beugt Gefäßerkrankungen vor.
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Krankhaft veränderte Venen und Arterien führen zu unterschiedlichen Beschwerden - sollten aber immer ein Alarmzeichen sein. Denn sind Blutgefäße in unserem Körper geschädigt, so können sie den Blutfluss nicht mehr optimal gewährleisten.

Gefäßerkrankungen könnenden Blutstrom in den Gefäßen einschränken oder ganz blockieren, sodass es zu schweren Funktionsstörungen in den betroffenen Körperregionen kommen kann. Die Gefäßerkrankungen, und hier insbesondere die der Venen und Arterien zählen in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen.

Zu ihnen gehören beispielsweise:

Ursachen

Ursachen für Gefäßerkrankungen sind unterschiedlich. Vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und somit arteriellen Gefäßerkrankungen geht jedoch eine Arteriosklerose voraus. Sie wird im Volksmund auch "Arterienverkalkung" genannt. Hier lagert sich an der Innenseite der Gefäße fettbeladenes Material ab, in das sich später Kalk einlagert. Die Arterien verengen sich und der Blutstrom wird behindert. Dieser Vorgang kann in den betroffenen Körperregionen zu schweren Funktionsschäden führen.

Ursachen für venöse Gefäßerkrankungen sind meist Entzündungen, Verschlüsse und Schädigungen der Gefäße. Diese führen dazu, dass das Blut nicht mehr vollständig zum Herzen zurück geleitet wird.

Symptome

Typische Symptome für arterielle Gefäßerkrankungen sind Schmerzen, Missempfindungen und Beklemmungsgefühle, wie sie beispielsweise die Angina Pectoris auslöst. Je nachdem, um welche Erkrankung es sich handelt, kommen weitere Symptome hinzu. Für einen Herzinfarkt sprechen beispielsweise auch Luftnot, Übelkeit, Erbrechen oder ein Schwächeanfall.

Das Hauptsymptom bei venösen Erkrankungen ist die Stauung beziehungsweise Schwellung des der Vene zugehörigen Gewebebezirkes durch die behinderte Rückflussmöglichkeit des Bluts zum Herzen. Erkrankungen der Venen gefährden die zugehörigen Gewebebezirke, die den Venen ihr Blut zuführen, meist nicht so unmittelbar wie Erkrankungen der Arterien.

Diagnose

Die Ursachen für Gefäßerkrankungen können sehr unterschiedlich sein und neben dem persönlichen Lebensstil kann auch die Veranlagung eine Rolle spielen. Zur Diagnose einer Gefäßerkrankung erkundigt sich der Arzt daher nach dem Lebensstil und nach weiteren Fällen der Krankheit in der Familie des Betroffenen.

Arterielle Gefäßerkrankungen werden mittels Ultraschalluntersuchung, einer Darstellung der betroffenen Gefäße mit Kontrastmittel (Angiographie) oder durch Tasten des Pulses diagnostiziert. Daneben kann der Arzt auch verschiedene Körperregionen auf die in ihr auftretenden Geräusche abhorchen (Auskultation). Alle Auffälligkeiten deuten auf eine Erkrankung hin.

Durch Abtasten der schmerzenden Körperregion kann der Arzt bei venösen Gefäßerkrankungen manchmal schon eine Diagnose stellen. Weitere Hinweise auf Erkrankungen liefert ihm zum Beispiel eine Ultraschall-Untersuchung. Venöse Gefäßerkrankungen sind teilweise schwer zu erkennen, vor allem wenn der Betroffene nur über leichte Schmerzen und Schwellungen klagt.

Therapie

Ziel der Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen ist es, die verengten Arterien zu erweitern. Hierdurch soll die Durchblutung und Versorgung der betroffenen Organe und Körperregionen verbessert werden. Medikamente werden verabreicht, um den Blutstrom zu erhöhen, Schmerzen zu lindern oder auch möglicherweise erhöhte Blutfettwerte zu senken.

Als operative Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung kommen eine Bypass-Operation oder eine Angioplastie (Ballondilatation, PTA) in Frage. Daneben sollten Betroffene auch ihren Lebensstil auf die diagnostizierte Erkrankung anpassen, um so die spezifischen Risikofaktoren zu vermeiden.

Bei Schwellungen der Beinvenen tragen Kompressionsbandagen und -strümpfe dazu bei, die Schwellungen zu lindern. Zusätzlich können die Beine hoch gelegt werden. Medikamente werden verabreicht, um die Blutgerinnung zu hemmen, Embolien zu vermeiden und auftretende Schmerzen zu dämpfen. Krampfadern können operativ entfernt werden.

Verlauf

Arterielle Gefäßerkrankungen verlaufen chronisch. Auch wenn sie vornehmlich bei älteren Personen auftreten, basieren sie doch auf Gesundheitsrisiken, die sich viele Menschen bereits in jungen Jahren zur Gewohnheit machen. Während sich in frühen Stadien die Durchblutung der Gefäße noch durch Übungen, Medikamente oder Operationen verbessern lässt, kommt es in späteren Stadien der Erkrankung durch einen plötzlichen Verschluss oft zu Behinderungen oder zum Tod des Betroffenen.

Auch wenn manche Beschwerden der Venen nach einiger Zeit ohne Behandlung vergehen - unbehandelt können aus einigen schwere Erkrankungen wie Lungenembolien und Geschwüre entstehen. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt. Information und frühe Behandlung schon optisch störender Veränderungen der Venen helfen, schwere Erkrankungen zu vermeiden.

Vorbeugen

Arteriellen Gefäßerkrankungen vorbeugen bedeutet, die Risiken der Arteriosklerose auszuschalten. Im Einzelnen heißt das:

  • auf Rauchen verzichten,
  • den Bluthochdruck senken,
  • erhöhte Cholesterin- und Homozysteinwerte senken,
  • eine Diabetes-Erkrankung optimal einstellen,
  • das Körpergewicht reduzieren und
  • auf eine regelmäßige Bewegung achten.

Auch venösen Gefäßerkrankungen kann jeder durch sein eigenes Verhalten vorbeugen. Unter anderem sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten.
  • Beine öfter hoch lagern.
  • Keine hohen sondern flache Schuhe tragen.
  • Auf ausreichende Bewegung achten. Lieber liegen und laufen als sitzen und stehen.
  • Zu große Wärme (Sauna) meiden.
  • Regelmäßg  Übungen für die Venen absolvieren.

Wenn  Sie Fragen zum Thema Gefäßerkrankungen haben, so können Sie sich an unsere Experten im Expertenrat und Foren zu Herz- und Gefäßkrankheiten wenden!

Tipps für eine herzgesunde Ernährung

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 20. August 2013
Durch: Lifeline
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Herz
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