Herz-Notfall im Gebirge

Schnellere Versorgung von Herzpatienten dank Telemetrie

Bei einem Herzinfarkt ist vor allem eine schnelle medizinische Versorgung für das Überleben des Patienten entscheidend. Wenn Herzprobleme beim Bergsteigen oder Wandern auftreten, verstreicht durch die Bergung aus unwegsamen Gelände oft zusätzlich wertvolle Zeit.

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Telemetrie heißt das Zauberwort: Mit speziellen Geräten können die Helfer das EKG-Bild des Patienten vom Einsatzort in die Klinik übertragen und weitere Behandlungsmaßnahmen mit einem Kardiologen besprechen.
Markus Ewald, Kliniken Südostbayern

Eine Herausforderung, die das Klinikum Südostbayern mit modernster Technologie löst. In enger Zusammenarbeit mit der Bergwacht Berchtesgaden hat sich der Einsatz von Telemetrie als entscheidender Faktor im Wettlauf gegen die Zeit bewährt. Und auch in ländlichen Regionen mit weiten Wegen profitieren Notfälle von der schnelleren Hilfe durch Telemetrie.

Live-EKG schneller in der Notaufnahme als der Hubschrauber

Zur Diagnose bei Herzrhythmusstörungen werden direkt vom Notfallort Herzdaten per digitaler Datenübertragung an das kardiologische Zentrum des Klinikums Traunstein gesendet. Dazu wird ein spezieller, telemetriefähiger Defibrillator eingesetzt, der die Herzmessungen auf Knopfdruck überträgt. Noch während sich der Patient per Helikopter oder Krankenwagen auf dem Weg in das Klinikum befindet, wird eine verlässliche Diagnose gestellt, die weitere Behandlung vorbereitet und gegebenenfalls interdisziplinär abgestimmt. Ein Herzinfarktpatient wird dann bei der Ankunft im Krankenhaus direkt an das Herzkatheterlabor übergeben – das spart im Vergleich zur Einlieferung in die Ambulanz oder Intensivstation durchschnittlich wertvolle 45 Minuten bis zur Behandlung.

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Bergwacht Bayern

"Mittels modernster Telemetrie bieten die Kliniken Südostbayern für Herzpatienten eine wesentlich schnellere medizinische Versorgung, die speziell bei Notfällen in ländlichen Regionen lebensrettend sein kann," so Professor Werner Moshage, Chefarzt der Kardiologie, Pulmonologie, Angiologie sowie Intensivmedizin am Klinikum Traunstein.

Bisher sind nur wenige Kliniken mit der aufwendigen Technologie ausgestattet, daher nimmt der Klinikverbund der Kliniken Südostbayern hier eine Vorreiterrolle ein.

Das Netzwerk Myokardinfarkt

Der Klinikverbund der Kliniken Südostbayern gründete 2006 das Netzwerk Myokardinfarkt, das Herzinfarkt-Patienten eine optimale Versorgung in der Region (Landkreise Traunstein und Berchtesgadener land) sichert. Das Klinikum Traunstein verfügt über ein invasives kardiologisches Zentrum mit 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft. Tagsüber kann der Patient bei einem akuten Herzinfarkt auch in der Kardiologie des Klinikums Bad Reichenhall versorgt werden.

Die Kardiologie am Klinikum Traunstein

Die kardiologische Abteilung (Fachabteilung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) gehört auf Grund ihres umfangreichen Leistungsspektrums und ihrer hohen Leistungszahlen zu den großen kardiologischen Zentren in Deutschland. Sie bietet das gesamte Spektrum moderner diagnostischer Untersuchungen und therapeutischer Eingriffe an. Besondere Schwerpunkte der Abteilung sind die interventionelle Therapie bei koronarer Herzerkrankung, die Diagnostik und Therapie bei komplexen Herzrhythmusstörungen sowie die spezielle echokardiographische Diagnostik von Herzerkrankungen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2014

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