Berny
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17.09.2009 | 14:24 Uhr | Von Berny

Myocardszintigraphie

Hallo,
bei mir soll eine Myocardszintigraphie gemacht werden,
was wird genau bei der Myocardszintigraphie festgetellt, nur die Durchblutung
des Herzmuskels?
Kann man hier auch Entzündungen feststellen?
Welche Untersuchung ist besser MRT Oder Szintigraphie?
MfG

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Bisherige Antworten
Dr_med_Olaf_Grebe
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17.09.2009, 15:02 Uhr
Antwort von Dr_med_Olaf_Grebe
Hallo,
ich habe Ihre vorherigen Fragen gelesen, die etwas Licht in die Sache und Ihr Problem bringen.
Von der Formulierung her zu urteilen, scheint in Ihrem MRT nur eine grenzwertige Auffälligkeit vorzuliegen, mit der der Untersucher so recht nichts anzufangen wusste. Die Auswertung des Kardio-MRTs erfordert viel Erfahrung und sollte zumindest in Zentren ohne spezielles Kardio-MRT von Radiologen und Kardiologen gemeinsam ausgewertet werden. Eine Szintigraphie würde, so wie sie den Fall schildern, hier überhaupt nicht weiterhelfen, das wäre unnötige Stahlenbelastung. Es ist ja eine KHK bereits mit Herzkatheter ausgeschlossen worden. Mittels Kardio-MRT ist die Perfusion besser als mit der Szintigraphie zu beurteilen. Eine gestörte Perfusion ist aber auch nicht typisch für eine Myokarditis, letztere sieht man an dem späten Kontrastmittelverhalten in speziellen Aufnahmen.
Aber wenn Sie nochmals den gesamten Befund posten, kann ich Ihnen mehr dazu sagen, ich möchte den Kollegen kein Unrecht tun.
Grüße
OG
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17.09.2009, 16:01 Uhr
Kommentar von Berny
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
Im Befundbericht MRT (wurde von einem Prof. Radiologe) durchgeführt steht
Normale Konfiguration des linken Ventrikel, mit Septumdicke 8,2 mm in
der Enddiastole. Im mittleren Septumdrittel zeigt sich in der Perfusions-
studie eine Verzögerung des Kontrastmittel-Uptakes. In der Cine-Studie
lässt sich eine leichte Hypokinesie des Septums feststellen, die auf
postentzündliche Veränderungen zurückzuführen sein dürften. In der
T2-Fettsat. läßt sich keine klare ödematöse Region der Muskulatur erkennen.
Zusammenfassende Beurteilung:
Diskrete Hypokinesie und leicht verzögerte myokardiale Perfussion im
mittleren Drittel des Septums interventriculare, das nicht verdickt ist.
Dieser Befund könnte einem Zustand nach Myokarditis entsprechen. Kein
Hinweis auf tumoröse Veränderungen.
Der Professor sagte zu mir ich solle die Bilder einem Kariologen zeigen, da
er keiner sei.
Der Herzkathether wurde im Krankenhaus neben der Radiologischen
Praxis durchgeführt. Der Professor bemängelte die Zusammenarbeit mit der
Klinik. Diese führe nur Katheteruntersuchungen durch.
Seit März habe ich Beschwerden und weiß langsam nicht mehr was ich
noch machen soll. Habe unter Belastung Beschwerden im Brustbereich
und immer in der Rücken ausstrahlend. Da aber Ausschluss der koronaren
Herzerkrankung durch Kathether.
Könnten nicht kleinere Gefäßverengungen zu diesen Beschwerden führen?
War gestern nochmal bei einem erfahrenen älteren Kariologen der mir
eben zu dieser Myocardszintigraphie riet, da man sich bei dieser Untersuchung belastet und nochmals MRT Untersuchung
machen zu lassen, da er beim Abhören Herzgeräusche hörte. Verdacht auf
Mitralklappenprolaps.
Aber der kann doch nicht diese Beschwerden auslösen?
MfG
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17.09.2009, 18:28 Uhr
Kommentar von Dr_med_Olaf_Grebe
Also der Mitralklappenprolaps ist es sicher nicht.
Leider fehlen die wesentlichen Angaben im MRT-Befund (LVEF/RVEF, genaue Größe der Herzhöhlen, Late Enhancement). Offensichtlich wurde auch gar keine Belastungsuntersuchung durchgeführt. Die Szinti hilft im Prinzip nicht weiter. Ich kann Ihnen nur empfehlen, ein Kontroll-MRT (mit Perfusion unter medikamentöser Belastung) in einem entsprechend versierten Zentrum durchführen zu lassen.
Wenn es die kleinen Gefäße sind (man spricht von Mikrozirkulationsstörung oder auch Small-Vessel-Disease), kann man mit verschiedenen Medikamenten behandeln, das sollten sie mit Ihrem Kardiologen besprechen. Bei Vorliegen dieser - an sich nicht bedrohlichen - Erkrankung kann man auch mit der MRT entsprechende Veränderungen in der Belastungsperfusion sehen.
Möglicherweise steckt auch gar nicht das Herz hinter diesen Beschwerden, sonder z.B. eine othopädische Ursache. Das kann ich aber leider nicht über so ein Forum beurteilen.
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