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02.02.2007 | 12:40 Uhr | Von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Rhythmusstörungen u. Hyperthyreose

Sehr geehrter Herr Doktor,
Mitte Dez. 2006 erfolgte im Rahmen einer hypertensiven Entgleisung mit max. Blutdruckspitzen bis 170/100 mmHg eine stationäre Aufnahme. Im Verlauf der Monitorüberwachung konnte nach Beginn einer antihypertensiven Therapie eine schnelle Blutdrucksenkung in normotensive Bereiche erreicht werden. Es wurde eine Medikation mit Karvezide begonnen, doch aufgrund von Unverträglichkeit wieder abgesetzt.
Schon seit Jahren leide ich an einer Hyperthyreose, die mit Thiamazol 2,5 mg/Tag behandelt wird. Auch nahm ich in der Anfangsphase den Betablocker Propranolol AL 80, den ich jedoch mit der Zeit wieder ausschleichen konnte. Da ich mit diesem Medikament die wenigsten Nebenwirkungen hatte, entschloss ich mich nach Auftreten der hypertensiven Krise in Absprache mit meiner Hausärztin, wieder das Propranolol einzunehmen.
Bei der Untersuchung der Schilddrüse kamen folgende Ergebnisse bei praller gut schluckverschieblicher Struma Grad I zustande: Sonographie (6/9/12 MHz Linear-Schallkopf): Gesamtvolumen 23 ml. Orthotopes Organ. regelrechte Echogenität.1. Rechts mehr caudo-dorsal noduläre echogleiche Zone mit Halo. Größe 10x20x9 mm. Innerhalb dieser Zone, zentral, preudozystische Degeneration von 3 mm maximal Durchmesser. 2. Angrenzend an Nr. 1) nach cranial/dorsal echoarmes Areal von 5x4x3 mm. 3. Links zentro-ventral unmittelbar subkapsulär schwach echoarmer Knoten. Glatt begrenzt. Halo. Leichte dorsale Schallverstärkung. Knoten wölbt die Schilddrüsenkapsel nach ventral vor. Größe 7x6x4 mm. Szintigraphie nach i.V. Injektion von 50 MBq Tc-99m-Pertechnetat ergaben sich folgende Ergebnisse: Intensiv gesteigerter Traceruptake, der insgesamt homogen ist, ohne demarkierte warme oder kalte Zonen. Euthyreote Stoffwechsellage: fT3 3,82 pg/ml (2,3-5,3 pg/dl), fT4 17,4 pmol/l (11,0-24,0 pmol/dl), TSH basal 2,81 µlE/ml (0,1-4,0 µlE/ml)
Nach Aussage des behandelnden Arztes sollte ich sofort Thiamazol weg lassen. Versuche ich dies, geht es mir sofort so schlecht, das ich die Medikation wieder vornehmen muß.
Der Blutdruck verhält sich zur Zeit im normotensiven Bereich. Worunter ich jedoch nun zu leiden habe, sind ganz unregelmäßige Herzrhythmusstörungen, die mir Angst bereiten und von meiner Seite wie unbeeinflußbar erscheinen. Mal treten sie im Liegen auf, dann wieder wenn ich sitze, am Morgen dann am Abend. Es zermürbt mich und raubt mir Lebenszufriedenheit. Außerdem hat mich die Aussage des Endokrinologen sehr verunsichert, weil er sehr darauf beharrte, sofort das Thiamazol abzusetzen.
Ich habe den Eindruck, dass sich die Rhythmusstörungen verselbständigt haben und ich keinen Einfluß nehmen kann. Meine Frage ist nun, ob doch ein Zusammenhang zwischen meinen Schilddrüsenwerten und den Rhythmusstörungen bestehen könnte und was aus medizinischer Sicht zu machen ist. Ansonsten habe ich völlig normale Laborwerte und auch einen unauffälligen Organstatus. Herzbefund: Normal große Herzkammern. Keine links-oder rechtsventrikuläre Wandhypertrophie. Keine segmentalen Wandbewegungsstörungen. Normale links- und rechtsventrikuläre Pumpfunktion. Zarte Herzklappen, keine sichtbaren Vegetationen. Unauffällige Aorta acendens. Unauffällige zentrale Pulmonalarterie. Kein Perikarderguß, keine sichtbaren intrakavitären Throben. Kein hämodynamisch relevantes Vitium cordis. Diastolisches Flußprofil über der Mitralklappe wie bei linksventrikulärer Relaxationsstörung. Die Schilddrüse ist das einzige Organ, das nicht gesund ist und für mich liegt dahingehend ein Verdachtsmoment. Ich hoffe, Sie können mir etwas weiterhelfen. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Peter Dahmer

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Bisherige Antworten
Abgemeldete(r) Nutzer(in)
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02.02.2007, 13:22 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)
Herzrhythmusstörungen können bei Schilddrüsenerkrankungen enstehen. Daher sollte als erstes die Schilddrüse euthreot eingestellt werden, um dann den Verlauf bzgl. der Rhythmusstörungen abzuwarten. Alles andere ist zur Zeit nicht möglich.
Gruß!
PD Dr. Horlitz
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