Oliver_P.9
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14.12.2008 | 16:15 Uhr | Von Oliver_P.9

Herzrasen, Druck im Kopf

LIebes Ärzteteam!
Ich bin männlich, 38 J, normalgewichtig, ohne bekannte Vorerkrankungen, normaler Blutdruck.
Erstmalig vor ca. 4 Jahren bekam ich von einem Moment auf den anderen, ohne erkennbaren Auslöser, extremes Herzrasen mit Luftnot, begleitet von einem enorm starken Druck im Kopf. Das ganze empfand ich als derart dramatisch und lebensbedrohend, dass ich umgehend die nächste Notaufnahme aufgesucht habe, wo ich dann für die nächsten Tage stationär aufgenommen wurde. Sämtliche Untersuchungen waren ohne Befund, lediglich ein leichter Kalium-Mangel wurde festgestellt. Mir ging es auch schnell wieder okay, also hab ich das ganze schnell abgehakt und mir erstmal keine großen Sorgen gemacht. Leider haben sich diese Anfälle seitdem mehrfach wiederholt und wurden mehr und mehr zur Belastung, also wurden weitere Untersuchungen gemacht. Die Anfälle dauern zwischen wenigen Minuten bis zu einer Stunde, danach fühle ich mich längere Zeit schwach und habe Muskelzittern, vor allem in den Beinen.
EKG/Belastungs-EKG okay (inkompletter RS-Block, was nicht pathologisch ist, wenn ich´s richtig verstanden habe), 24-Stunden EKG zeigt Pulsfrequenzen bis 160, aber in normalem Sinusrhythmus, Schilddrüse o.B., Labor o.B., Herzecho unauffällig. Neurologische Untersuchungen (EMG, ENG, usw.) okay, Schädel MRT unauffällig. Auf dem Papier geht´s mir also bestens, dennoch fühle ich mich stark eingeschränkt, zum einen durch die ständige Angst vor der nächsten Attacke (einen Auslöser dafür konnte ich nicht feststellen, scheint völlig unabhängig von körperlicher oder psychischer Belastung), aber auch meine generelle Pulsfrequenz ist dauerhaft erhöht. Ausdauersport ist praktisch unmöglich geworden, schon ein normaler Spaziergang reicht für Frequenzen um die 140 aus, insgesamt fühle ich mich im Alltag nicht mehr normal belastbar. Natürlich kam irgendwann die Vermutung, es könne evtl. psychosomatisch sein, der Neurologe im KH zog daher einen Psychiater hinzu, der allerdings psychische Ursachen ausschloß.
Mir ist klar, dass es wenig Sinn macht, die selben Untersuchungen wieder und wieder durchzuführen, allerdings mag ich mich mit dem Ist-Zustand auch nicht abfinden. Wenn Sie also noch einen Rat oder eine Empfehlung für mich hätten, wäre ich Ihnen überaus dankbar.
MfG, Oliver P.

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Bisherige Antworten
Martin_Carlitscheck,_Arzt
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14.12.2008, 19:00 Uhr
Antwort von Martin_Carlitscheck,_Arzt

Lieber Oliver,

eine ausreichende Beurteilung aus der Ferne ist natürlich schwierig. Offenbar wurden Sie ja bereits mehrfach gründlich kardiologisch und neurologisch untersucht, ohne dass ein erklärendes Korrelat gefunden werden konnte. Somit sind "gefährliche" Störungen eher unwahrscheinlich. Sie sollten versuchen, bei Auftreten eines "Anfalls", umgehend eine ärztliche Abklärung anzustreben, damit z.B. ein EKG aufgezeichnet werden kann. Bei einer Anfallsdauer bis zu einer Stunde ist sollte dies ja problemlos möglich sein. Möglicherweise gelingt durch eine entsprechende Diagnostik während der Symptome ja eine Erklärung der Problematik.

Viele Grüsse,

Martin Carlitscheck

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