MRT trotz Herzschrittmacher

Mit dem Medtronic Stimulationssystem EnRhythm MRI™ SureScan™ ist trotz Schrittmacher die Diagnostik per MRT möglich

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Eine MRT ist unter Umständen trotz Herzschrittmacher möglich.
(C) 2009 Jupiterimages

Die MRT-Strahlung kann Metall erhitzen. Bei einem Herzschrittmacher wird das gefährlich: Die an den Herzmuskel "angeschlossenen" Elektroden bestehen aus Metall, umliegendes Gewebe nimmt Schaden. Zudem kann der Herzschrittmacher in seiner Funktionsweise beeinflusst werden - es kann vorkommen, dass der Impulsgeber dann zu starke Impulse an das Herz weitergibt.

Ein Impulsgeber wird dabei mittels Elektroden mit dem Herzmuskel verbunden. Um Blut in den Blutkreislauf des Körpers zu pumpen, zieht sich der Herzmuskel zusammen - das Herz "schlägt". Dabei gibt der Herzmuskel einen natürlichen, schwach elektrischen Impuls ab. Diese natürliche Spannung wird von den Elektroden zum Impulsgeber übertragen, der wiederum die Herzfrequenz aufzeichnet und überprüft.

Bei einsetzenden Störungen oder zu langsamem Schlagen gibt der Impulsgeber über die Elektroden leichte elektrische Impulse ab, die dafür sorgen, dass das Herz "im richtigen Takt" schlägt.

Der Herzschrittmacher gehört mittlerweile zu den Standard-Behandlungsverfahren bei Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen; etwa zwei Millionen Menschen in Europa tragen ein solches System. Um den elektronischen Kreislaufs im Körper nicht zu stören, sind jedoch gewisse Vorsichtsmaßnahmen nötig. Unter anderem darf zum Beispiel eine für Herzpatienten wichtige Untersuchung, die Magnetresonanz-Tomographie (MRT), nicht durchgeführt werden.

Wie funktioniert die MRT?

Die Magnetresonanz-Tomographie (kurz: MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mit magnetischer Strahlung und Radiowellen arbeitet. Während einer MRT wird man in eine "Röhre" hineingeschoben, wo man dieser für den Körper ungefährlichen Strahlung ausgesetzt wird. Die Kleinstteilchen des menschlichen Körpers reagieren auf das Strahlungsfeld und das Gerät zeichnet diese Reaktionen auf und rechnet sie um. So entstehen genaue Querschnitte der untersuchten Körperregionen. Besonders wasserreiches, weiches Körpergewebe oder Organe (beispielsweise das Herz) werden bei einer MRT gut dargestellt.

Mit herkömmlichen Herzschrittmacher keine MRT möglich

Das Strahlungsfeld, das bei einer MRT entsteht, ist magnetisch und kann Metalle oder elektronische Geräte ungünstig beeinflussen. Bei einem Herzschrittmacher wird das gefährlich: Die an den Herzmuskel "angeschlossenen" Elektroden bestehen aus Metall, und dieses wird durch die Strahlung erhitzt. Dabei wird umliegendes Gewebe beschädigt. Zudem kann der Herzschrittmacher beschädigt und in seiner Funktionsweise beeinflusst werden - es kann vorkommen, dass der Impulsgeber die Strahlung falsch deutet und starke Impulse an das Herz weitergibt.

Was ist neu am Stimulationssystem EnRhythm MRI™ SureScan™?

Der Herzschrittmacher EnRhythm MRI™ SureScan™ ist so hergestellt, dass von außen zugetragene Energiequellen das System nicht beeinflussen können. So wird verhindert, dass der Herzschrittmacher die während der MRT erzeugten magnetischen Strahlen nicht fehldeutet und nur in sehr geringem, absolut ungefährlichem Maß weitergibt.

Zudem weist ein durch bildgebende Verfahren (zum Beispiel bei einer Röntgen-Untersuchung) sichtbar werdender spezieller Code darauf hin, dass eine MRT grundsätzlich durchgeführt werden kann. Der behandelnde Arzt hat so die Möglichkeit, eine MRT als Diagnostik-Verfahren in Betracht zu ziehen.

Durch das Tragen des Herzschrittmachers EnRhythm MRI™ SureScan™ ist es also möglich, die gerade bei Herzproblemen sinnvolle Magnetresonanz-Tomographie durchführen zu können. Bislang ist dieses System das einzig zugelassene für den deutschen Markt. Es steht unter ständiger klinischer Beobachtung und wurde bereits von den zuständigen Aufsichtsbehörden geprüft und zugelassen.

Autor: Medtronic
Letzte Aktualisierung: 05. August 2013
Quellen: Produktinformationen der Medtronic GmbH, Düsseldorf

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