Herzkatheter-Untersuchung

Herzkatheter-Untersuchung
Die Herzkatheter-Untersuchung ist eine gute Methode, um Herzfehler zu diagnostizieren.
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Die Herzkatheter-Untersuchung ist eine Untersuchung der Innenräume des Herzens und der Herzkranzgefäße. Sie ist eine gute Methode, um angeborene Herzfehler oder einen Tumor zu diagnostizieren.

Bei der Herzkatheter-Untersuchung führt der Arzt einen kleinen Schlauch (Katheter) über eine Arterie oder Vene der Leiste in den Körper. Je nach Untersuchungsziel steuert der Arzt unterschiedliche Punkte im Herzen oder in den Herzkranzgefäßen an. Wird der Bereich der rechten Herzkammer untersucht, handelt es sich um einen Rechtsherzkatheter. Bei der Untersuchung der linken Herzkammer wird entsprechend vom Linksherzkatheter gesprochen.

Im Rahmen der Untersuchung kann der Arzt Blut- und Gewebeproben zu Analysezwecken entnehmen. Außerdem kann er über den Schlauch kleine Messgeräte in die Gefäße und Herzkammern einführen. Diese bestimmen dort die Temperatur, den Druck oder den Sauerstoffgehalt. Zusätzlich können ein Kontrastmittel gespritzt, Röntgenbilder aufgenommen und diese an einem Bildschirm zu Analysezwecken betrachtet werden.

Vor der Herzkatheter-Untersuchung: die Vorbereitung

Herzkatheter-Untersuchungen dauern in der Regel etwa 40 bis 60 Minuten. Da der zu Untersuchende während des Eingriffs und etwa acht Stunden danach still auf dem Rücken liegen muss, erhält er neben einer örtlichen Betäubung gelegentlich ein Schlafmittel. Vor der Untersuchung wird der Körper des Betroffenen bis auf beide Leistenbeugen abgedeckt und an der geplanten Einstichstelle gründlich desinfiziert.

Ablauf einer Herzkatheter-Untersuchung

Zu Beginn der Herzkatheter-Untersuchung betäubt der Arzt die Leistenbeuge lokal. Dann sticht er die Leistenvene oder -arterie mit dickeren Nadeln an. Durch diese Nadel, dem Einführbesteck, führt er einen feinen, biegsamen Schlauch (Katheter) durch die Haut in die Arterie oder Vene. Er schiebt den Katheter durch große Blutgefäße, bis er die Herzkammern erreicht.

Die Spitze des Schlauchs kann mit verschiedenen kleinen Instrumenten besetzt werden. Diese messen die Temperatur, den Blutdruck, den Sauerstoffgehalt oder dienen der Blut- und Gewebeentnahme für weitere Analysen.

Sitzt der Katheter an seinem Zielpunkt, kann der behandelnde Arzt ein Kontrastmittel durch den Katheter spritzen (Angiographie). Auf diese Weise macht er die Bewegungen des Herzens, Veränderungen der Gefäße und den Blutfluss auf einem Bildschirm sichtbar. Die Bilder dienen der Krankheitsdiagnose.

Ob eine Herzkatheter-Untersuchung auf der linken oder auf der rechten Seite des Herzens durchgeführt wird ist davon abhängig, welche Informationen zur Erkennung oder Bestätigung einer Erkrankung benötigt werden.

Wann ist die Untersuchung mit Herzkatheter sinnvoll?

Mit einer Herzkatheter-Untersuchung erkennt der Arzt Herzerkrankungen, die nicht durch Erkrankungen der Herzkranzgefäße ausgelöst wurden. Die Untersuchung kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn angeborene Herzfehler oder Tumoren diagnostiziert werden sollen oder der Arzt das Ergebnis einer Operation überprüfen möchte. Außerdem können in einzelnen Herzabschnitten der Blutdruck, die Temperatur oder der Sauerstoffgehalt des Bluts bestimmt werden. Mit diesen Daten kann der Arzt den Gesundheitszustand und die Funktionen des Herzens überprüfen.

Komplikationen und Risiken eines Herzkatheters

Während der Herzkatheter-Untersuchung wird das Herz mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) überwacht, da ein Katheter den Herzrhythmus stören kann, wenn er direkt ins Herz gelegt wird. Gelegentlich kommt es beim Entfernen des Katheters zu Nachblutungen und Blutergüssen, die mehrere Wochen bestehen bleiben können. Auch wenn es bei einer Herzkatheter-Untersuchung nur selten zu Komplikationen kommt, kann doch das Risiko eines Herzinfarkts  oder eines Schlaganfall nicht völlig ausgeschlossen werden.

Alternativen zur Herzkatheter-Untersuchung

Neben einer Herzkatheter-Untersuchung können zur Erkennung von Herzerkrankungen beispielsweise auch eine Ultraschalluntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG) oder eine Koronar-Angiographie durchgeführt werden.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 05. August 2013
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 Braun, W.: Laborwerte im Klartext. Humboldt, Baden-Baden 2007 F.A. Brockhaus (Hrsg.): Der Gesundheits Brockhaus. F.A. Brockhaus, Mannheim 2001

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